Montag, 14. Dezember 2015

Merkels größtes Problem ist nicht ihre Flüchtlingspolitik, sondern ihr Gesicht zu wahren

Mowitz
Der S?PD-Seeheimer Sigmar Gabriel wurde zwar mit 74,3 % auf dem Berliner Parteitag abgewatscht, erhielt aber trotzdem die Zustimmung seiner Parteitagsabnicker zu einer reaktionären TTIP-Politik, die ihre Wurzeln im Wall Street Kapitalismus hat und gegen die in Berlin über 250.000 Menschen auf die Straße gingen und protestierten. Das schlucken politische Karrieristen doch mit Freuden und ohne saure Magenaufstöße. Schließlich werden sie nicht für ihre austauschbaren Gesichter bestallt, sondern für die Durchführung konzernhöriger Politik. Eine Politik die auch Merkel betreibt, warum man ihr wohl auch vorwirft "linke S?PD-Politik" zu betreiben. Wie man sieht, müssen sich mediale Propagandaschranzen überhaupt nicht mehr kreativ geben um irgendeinen Blödsinn erfolgreich unter's Volk zu bringen. Das macht wohl schon die vielbesungene Pro­fes­si­o­na­li­tät aus.

Einer schon seit Jahren überflüssigen und selbstzerstörerischen Partei muss man keine Träne nachweinen und auf ihre verzweifelten Hinweise wer doch nicht schon alles Mitglied und führende Persönlichkeit in der Partei war auch nicht.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Denn erstens gibt es diese Persönlichkeiten nicht mehr und zweitens waren sie noch Mitglieder in der SPD und nicht in der heutigen S?PD. Zwei grundverschiedene Parteien. Das macht nicht nur das Fragezeichen deutlich, sondern ihre Politik, die wie abgekupfert aus den reaktionärsten Kreisen deutscher Vergangenheit wirkt. Kriegsbewusst und neokolonial kommt sie heute daher, "Deutschlands Freiheit wird am Hindukusch verteidigt," und kein unterschiedliches programmatisches Blatt passt mehr zwischen ihr und anderen reaktionären Vertretern bundesdeutscher Einheitsparteien. Transatlantisch und neoliberal ist heute ihr Werteverständnis und mit Arbeitnehmern hat sie nur etwas am Hut wenn sie von ihnen gewählt wird. Was wiederum schon sehr lange her ist. Die S?PD ist heute zu einer Splitterpartei der Mitte verkommen, die bei der letzten Bundestagswahl 2013 und einer Wahlbeteiligung von 71,5 %, nur noch von 18,37 % aller Wahlberechtigten gewählt wurde. Staatliche Zuschüsse 48.648.864,36 Euro (2014)[3]

Und heute soll der CDU-Kanzlerinnenverein sein Kaffeekränzchen in Karlsruhe abhalten, der mit allerlei Quatsch hochgespielt wird, "Merkels Kronprinzessinnen lauern an der Ecke", und wenn sie den Kaffee ausgetrunken haben, ist alles wie gehabt. Merkels Gesicht ist gewahrt, die politische "Mitte" aus dem der sogenannte Aufruhr innerhalb der CDU/CSU kam auch. Staatliche Zuschüsse für die CDU 47.889.305,99 Euro (2014)[3], Staatliche Zuschüsse für die CSU 12.697.267,97 Euro (2014)[4]. Wichtig ist nur das Gesicht zu wahren, damit nicht staatliche Zuschüsse vermehrt in die Kasse der S?PD fließen.

Und nicht zu vergessen, Pegida repräsentiert auch die politische "Mitte" Deutschlands und wird in Bälde wieder im deutschen Parteieneinheitsgefüge aufgenommen. Einige hier, einige da. Immer schön in der "Mitte". Heute sind sie alle "mittig". Reaktionäre, Rassisten, Konservative, Sozial?demokraten und Rechtsaußen. Nur bei den Linken tut man sich (noch) etwas schwerer damit. Aber die ist auch auf gutem Weg - hin zur Mitte.

Die CDU-Altvorderen und das Damenkränzchen werden sich am Ende des Zwergenaufstandes in den Armen liegen und sich innig herzen. Staats- und Konzernpresse feilen bereits am morgigen Einheitsaufmacher: "Merkel meistert souverän schwere Krise." (Eine "Krise" die bei politischen Mitläufern nie stattfindet und im mittigen Parteiengefüge schon gar nicht).

Am Ende bleibe nur ich noch übrig der an der linken Außenlinie steht und verzweifelt ruft: "Spielt den Ball nicht dauernd in die Mitte. Flanken von links sind für den Ausgang der Spiele entscheidend. Auch Tore in der Nachspielzeit zählen noch."

FH

1 Kommentar:

  1. Begriffsherkunft "links, "rechts": Saal der französischen Nationalversammlung von 1798. Links: Arbeit, rechts: Kapital, mitte: zwischen den Stühlen.

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