Montag, 4. April 2016

Wohin strömt überflüssiges Kapital der "Großen" unserer Zeit? In internationale Geldwaschanlagen auf Offshore-Finanzplätzen

Mowitz
Welch ein Fressen für die Journaille. Die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca aus Panama wurde mit den Worten zitiert: "Wir wurden gehackt. Das ist ein Verbrechen." Denn, so ihr Mann vor Ort, Ramón Fonseca Mora weiter in Spon: "Sein Unternehmen helfe nicht bei Geldwäsche oder Steuerhinterziehung. Die Kanzlei gründe lediglich Firmen und verkaufe sie dann an Banken, Vermögensverwalter oder Anwälte...." Alles klar.

Die Süddeutsche Zeitung als eine der federführenden deutschsprachigen Rechercheure bei der Untersuchung der sogenannten "Panama Papers" hatte heute auf der ersten Seite seiner online Ausgabe eine Zeichnung der üblich-verdächtigen "Bösewichte" der Gegenseite ins Netz gestellt, auf die unschwer Assad, Putin, ein saudischer Machthaber, der ehemalige iranische Präsident Ahmadinedschad, und im Vordergrund einer, von dem ich glaube er soll den ukrainischen Präsidenten Poroschenko vorstellen und einen im Hintergrund den ich nicht erkenne.

Nun ja, nicht das es unmöglich wäre, dass alle auf der Zeichnung befindlichen Personen in der internationalen Geldwäscherei tätig sein könnten um sich ein "kleines Zubrot" für's Überleben zu sichern, aber bei dem derzeit größten und gefährlichsten Gegner der westlichen Herrscherklasse, dem russischen Präsidenten Putin fällt ihnen im Augenblick zumindest nichts anderes ein, als das Putin reiche Freunde in seinem "engsten Umfeld" haben soll, die über Biefkastenfirmen Zugriff über Hunderte Millionen Euro haben sollen.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Die Taktik ist klar. Kann man Putin nichts beweisen, genügt schon der Reichtum seines "Umfeldes" um ihn verdächtig erscheinen zu lassen. Die Unschuldsvermutung gilt für Putin nicht. Das bleibt hängen. Die Daten sollen Offshore-Geschäfte von Politikern und hohen Amtsträgern aus aller Welt offenlegen. Dabei sollen in den Unterlagen auch Namen von Spionen, Drogenhändlern, Prominente, Sportstars, Kriminelle und Superreiche auftauchen. Nur eben keine westlichen Politiker und wirtschaftlichen Machthaber? Alles Saubermänner par ex­cel­lence? Und immer die Unterscheidung zwischen "Superreichen und Kriminellen", so als wären superreiche Geldwäscher nicht schon per Definition kriminell. Wie sonst sollten sie zu ihren Millionen und Milliarden Eumels gekommen sein? Durch harte, ehrliche Arbeit vielleicht?

Abwarten und Tee trinken. Die Nutzung von Geldwaschanlagen ist ein typisch kapitalistisches Phänomen. Wenn einzelne Individuen zuviel Geld haben um es für eigene Bedürfnisse ausgeben zu können, erhöhen sich Kriminalität und Verbrechen auf der anderen Seite der Gesellschaft bei denjenigen, die nicht an den "Verheißungen" des Kapitaismus teilnehmen dürfen. International ist es am deutlichsten bei den Flüchtlingstsunamis zu beobachten, wo die Ausgebeuteten vor den Bomben ihrer Ausbeuter in den Heimatländern der Bombenabwerfer Zuflucht suchen. Ausgenommen beim Imperium, welches seine Grenzen für Flüchtlinge geschlossen hat. So werden kriminelle Schlepper- und Schleuserbanden erzeugt und den Flüchtlingen bleibt nur die Hoffnung, falls sie nicht während ihrer Flucht im Mittelmeer ertrinken, "sie, (die herrschende Klasse), wird wohl nicht ihre eigenen Länder bombardieren"?

Doch, sie wird es tun, wenn sie meint, es um die Vermehrung des eigenen Kapitals tun zu müssen. Die IWF-Kämmerin Christine Lagarde teilte Griechenlands Ministerpräsident Tsipras mit: "Ich habe mehrfach betont, dass wir nur ein Programm unterstützen können, dass auf glaubhaften und realistischen Voraussetzungen basiert". Dabei basierte die Verschuldungspolitik in die Griechenland durch die Troika, und somit auch vom IWF getrieben wurde, laut vielen namhaften Ökonomen, von Anfang an auf unglaubhaften und unrealistischen Voraussetzungen.

„Was ihr den Geist der Zeiten heißt, das ist im Grund der Herren eigner Geist, in dem die Zeiten sich bespiegeln.“ Johann Wolfgang von Goethe

FH

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