Montag, 2. Mai 2016

AfD: Wer im Westen fest verankert ist, kann sich weit nach Osten lehnen

Mowitz
Wikimedia
Alexander Gauland, w(ä)rtekonservativer Strippenzieher bei den Arschlöchern für Deutschland, strahlte förmlich auf, als er auf dem Parteitag seiner ultrarechten Spießerpartei, den rechtskonservativen, 2002 verstorbenen politischen Überzeugungstäter Alfred Dregger, der zwischen 1982 - 1991 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion war, mit den Worten zitierte: "Wer im Westen fest verankert ist, kann sich weit nach Osten lehnen". Damit zielte Dregger damals wahrscheinlich auf die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges kursierenden Gerüchte, die geschlagene Wehrmacht, zusammen mit den Alliierten, in einen Fortsetzungskrieg gegen Russland einzusetzen. Und Gauland strahlte ebenfalls sowas von auf, als er die CDU von damals noch die "richtige" nannte, obwohl sie zu jener Zeit voll mit Ex-Nazis durchsetzt war. Und das in führenden Positionen. So sind die Ewiggestrigen, die auch im Alter aus der Geschichte nichts, aber auch rein gar nichts gelernt haben und einem untergegangenen Weltbild nachjagen, das schon vor Generationen mit Pauken und Trompeten im Bombenhagel untergegangen ist.
"Aber dass die Gerüchte dennoch nicht völlig aus der Luft gegriffen waren, ließ sich aufgrund der schnellen Konfliktentwicklung zwischen den Alliierten nach der deutschen Kapitulation schon lange vermuten. Doch erst mehr als 50 Jahre nach Kriegsende wurde deutlich, wie konkret damals tatsächlich schon an einer Umkehrung des Bündnisses gearbeitet worden war. Anfang Oktober 1998 berichteten britische Zeitungen erstmals über ein kurz zuvor freigegebenes Geheimdokument und veröffentlichen Auszüge daraus. Es handelte sich um eine Studie, die Premierminister Winston Churchill im Frühjahr 1945 beim Generalstab der britischen Streitkräfte in Auftrag gegeben hatte. Unter dem Arbeitstitel »Operation Unthinkable« sollten die Militärs die Chancen und den möglichen Verlauf eines Feldzugs gegen die Sowjetunion einschätzen, an dem auch Divisionen der deutschen Wehrmacht teilnehmen sollten. Das Adjektiv im Operationsnamen bedeutet »undenkbar«, »unvorstellbar«. Als anzunehmenden Tag des Angriffsbeginns hatte Churchill den 1. Juli 1945 vorgegeben. Auf dem Deckblatt des rund 35 Seiten umfassenden Dokuments steht als Betreff die handschriftliche Notiz »Russia. Threat to Western Civilisation«. (deutsch: »Russland. Bedrohung der westlichen Zivilisation«.) Als Abschlussdatum weist das Papier auf Seite 1 den 22. Mai 1945 auf." Knut Mellenthin
Churchills dritter Weltkrieg. Wie der britische Regierungschef 1945 mit Soldaten der deutschen Wehrmacht die Sowjetunion angreifen wollte

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Der Nationalkonservatismus war schon in der wilhelminischen Gesellschaft die Vorstufe zum Ersten Weltkrieg und barg die Gräuel der Nazis und den Zweiten Weltkrieg bereits in seinem Schoß. In einem Schoß, der bis auf den heutigen Tag noch fruchtbar ist. In Deutschland, in Europa, in Israel, den USA und vielen mehr. Das Geplärre vom Islam der nicht zu Deutschland gehören soll, wohl aber die AfD, hört sich an wie eine frisch gehaltene Büttenrede zu Karneval. Nur eben nicht so lustig. Unterstützt nicht die Beutekriege des Kapitals im Nahen und Mittleren Osten, dann kommen auch weniger islamgläubige Flüchtlinge nach Deutschland und Europa.

Die Mörder sind unter uns, ist der erste deutsche Spielfilm der Nachkriegsgeschichte und der erste deutsche Trümmerfilm. Zur AfD Karnevalsveranstaltung gestern in Stuttgart fällt mir in Anlehnung zum Titel des Films nur noch als Vorstufe, denn Mörder sind sie ja noch nicht, eine Überschrift über den AfD-Parteitag ein: "Die (politischen) Idioten" sind unter uns (angekommen).

Die AfD ist eine durch und durch neoliberale Partei, von denen es in Deutschland ja schon einige andere gibt die sich dem Neoliberalismus verschrieben haben und auf dem wiederaufkeimenden Nationalismus ihr Süppchen kochen. Deren Führer erinnern an Heinrich Manns "Der Untertan". Ähnlich fremdenfeindlich wie die AfD, ist die deutsche Bundesregierung, welches an der Kehrtwende Merkels in der Flüchtlingspolitik abzulesen ist, als ihr die Wähler abhanden kamen und sie das "Durchwinken" an der Grenze für beendet erklärte. Wie lange ihr Wort noch Gültigkeit hat, weiß nur Washington. In den USA sind in einigen Monaten Wahlen und dann werden dort neue Richtlinien für die Politik in Deutschland und Europa erlassen, nach denen sich die europäischen Vasallen zu richten haben. Wer oder was sonst sollte auch Merkels weitere Kanzlerschaft garantieren, wenn nicht Wunsch und Wille des Wall Street-Imperiums was zu tun und zu lassen ist. So funktioniert richtiges Untertanen- und Vasallentum eben. Jetzt wo Greenpeace die "TTIP Leaks" öffentlich gemacht hat kriegt Merkel kalte Füße und will das TTIP-Abkommen so schnell wie möglich abschließen. Koste es was es wolle und Transparenz war ihr schon immer egal. Scheißegal. Zu ihrem unverdienten Glück ist wie bei jedem anderen Hinterzimmerdeal auch, wie immer, Verlass auf die S?PD und ihren Seeheimer Vorsitzenden Gabriel. Die Demokratie ist die wirkliche Verliererin der TTIP-Geheimverhandlungen. Aber zum Erhalt der Demokratie muss das Volk schon selbst auf die Straße gehen und sein Recht einfordern.

Ängstlich labert Gabriel bereits davon, dass es besser ist wenn Europa mit den USA das TTIP-Abkommen abschließt, als wenn sie es mit Asien tun und so die Regeln im internationalen Handel noch mehr verschlechtern. Auf den Gedanken, dass Europa durchaus die Möglichkeit hätte näher mit Russland und China zusammenzuarbeiten um seine Interessen zu wahren, kommen diese eingelernten Transatlantiker erst gar nicht. Verbunden mit einem Ende der Terrororganisation Nato und der Schließung von US-Militärbasen wo immer Europa Einfluss und Macht hat das möglich zu machen, auch gegen den Willen des Imperiums, und eine besseren Welt wäre möglich. Neue Bündnisse schließen beispielsweise. Dazu braucht es allerdings Mut, Visionen und Überzeugungskraft. Eigenschaften, die bei der heutigen Generation von politischen Schoßhündchen der Finanzindustrie und des Großkapitals eher die Ausnahme als die Regel sind.

Untertanen zeichnen sich durch wenig Respekt einflößende Unterwürfigkeit nach oben und rücksichtslose Herrscherallüren nach unten aus. Mitläufer und Jasager. Auch wenn die AfD "Nein" zum gerade befindlichen Parteiengefüge sagt, sagt sie Ja zu herrschenden Machtstrukturen. Sie ist für die Hochfinanz und für das Großkapital, aber gegen die arbeitenden Massen. In der Regel glauben die Strippenzieher gar, dass sie selbst nicht zur Masse zählen, sondern Teil einer auserwählten Geisteselite sind. Diese Auffassung ist mit einem kleinen Gedicht von Eugen Roth ad absurdum zu führen.

FH

DER NICHTSKÖNNER

Ein Mensch, in einem jähen Strudel
Voll widerwärtigem Lobgehudel
Emporgeschleudert wild und weit,
Steigt in den Glanz der Ewigkeit.
Doch in der Region der Gletscher
Gefriert das eitle Lobgeplätscher.
Der Mensch, umragt von Geistesriesen,
Ist auf sich selber angewiesen
Und fühlt, im Innersten verstört,
Daß er nicht recht hierher gehört.
Arm und verlassen hockt er droben.
Doch wer kann ihn herunterloben?

1 Kommentar:

  1. Das Problem ist,ohne die Afd können wir schon jetzt einpacken.
    Dann war ihr "Goodbye Deutschland" gestern.
    Da sind sie warscheinlich gleigültig.
    Es gibt zum Glück Menschen denen das überhaupt nicht egal ist.

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