Donnerstag, 26. Mai 2016

G7: die sieben Zwerge beim Welt-Krieger-Gipfel in Ise-Shima

Mowitz
Sie reisten mit einem Tross von Beratern und Bürokraten an, um nach de(n)m Rechten zu sehen. Frau Merkel aus der Uckermark war auf dem offiziellen Bild nicht mehr zu sehen. Musste sich wohl um ihren mitgereisten Gatten Sauer kümmern, der sie zum ersten Mal auf einen G7-Zwergen-Gipfel ins Ausland begleiten durfte. Dafür reiste die EU gleich mit zwei Präsidenten an; mit dem Meister der Hintertreppen, Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission und Donald Tusk, Präsident des Europäischen Rates, die als Scheingrößen mit einer Placierung am Katzentisch vorlieb nehmen müssen. So konnte aber das Gesicht, Europa sei auch eine der "führenden" Weltmächte der Konzerne und Finanzindustrie, mit auf die Bühne nach Ise-Shima genommen werden. Die Europäische Union verbessert ihr Bedeutungs-Image durch doppelte Buchführung. Zum einen werden die einzelnen Mitgliedsstaaten nach ihrer wirtschaftlichen Leistung gewertet, wo Deutschland hinter den USA, China, und Japan Platz vier der Rankingliste einnimmt, zum zweiten wird die EU aus der Summe aller ihrer Mitglieder gespeist, und so zum größten Wirtschaftsraum des Planeten gemacht.
"Die Wirtschaft der EU ist heute – gemessen am Volumen des Waren- und Dienstleistungsverkehrs (BIP) – größer als die Wirtschaft der USA: BIP der EU 2014:

13,920541 Billionen Euro."
Frei nach Hape Kerkeling könnte man auch sagen: "Das ganze Leben ist ein Spiel ja, und wir raten, raten, raten."

Die wichtigsten Themen der G7-Zwergen-Inszenierung sollen laut ehNaMag
  • die Lage der Weltwirtschaft
  • der Syrien-Krieg
  • die Flüchtlingskrise
  • die weltweite Terrorgefahr
  • und der Klimawandel sein.

Für alle Probleme bei den aufgeführten Themen sind die Mächte welche die G7 ausmachen, hauptverantwortlich. Das die Weltwirtschaft am Boden krabbelt, ist einem systemischen Konjunkturzyklen-Gen im Kapitalismus zuzuschreiben; so wie der Syrien-Krieg eine Folge westlicher Terror-Interventionen ist. Die zwei wichtigsten Staaten außerhalb der neoliberalen W(ä)rtegemeinschaft, China und Russland, die die wirtschaftliche und militärische Vorherrschaft des exklusiven Klubs der selbsternannten Herrscher des Planeten, die heute in Ise-Shima tagen, nicht länger akzeptieren wollen, sind zu einem echten Problem für die bisherigen Herren des Universums geworden, die ja die Meinung vertreten, sie hätten einen immerwährenden Alleinanspruch auf die Verfügungsgewalt über den Planeten und seiner Naturressourcen.

Neue Hilfen für Griechenland
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Auch die Flüchtlingskrise ist ein noch lange nich gelöstes Problem. Geboren auf dem Weltherrschaftsanspruch des kapitalistischen Systems, der seine höchsten Ziele mit dem Streben nach maximalen Gewinnen glaubt erreichen zu können und dem ein humanistisches Denken völlig am Arsch vorbeigeht.

Sicher, die weltweite Terrorgefahr, die man vorgibt zu bekämpfen, ist ein Teil des Spiels das gespielt wird um seine Macht über den Planeten zu festigen. Die Terroristen die man bisher an der Leine seiner Geheimdienste geführt hat, um Schrecken und Chaos zu verbreiten, könnten auch vollständig aus dem Ruder laufen und zu einer echten Gefahr werden. Schon heute werden die s.g. Terroristen ganz offen von Golfemiraten, Saudi-Arabien und der neusultanischen Türkei gefördert. Alles um den USA den Rücken freizuhalten damit ihr Ansehen in den Augen der Weltöffentlichkeit nicht mehr als nötig beschädigt wird. Doch keiner soll sich täuschen. Das letzte Wort bei grundlegenden taktischen und strategischen Entscheidungen zum Erhalt der wirtschaftlichen Vorherrschaft Washingtons, liegt auch weiterhin in den Händen seiner herrschenden Klasse: dem Wall Street-Kapital.

Für den menschlichen Einfluss auf die Erderwärmung, sind weniger die Milliarden Menschen der Dritten Welt zuständig, als die Millionen der "Ersten" Welt mit ihrer Industrialisierung und des damit verbundenen Ressorcenverbrauchs. Sowie ihre hemmungslosen Kriege, die schon lange nicht mehr mit Ross und Reiter fast klimafreundlich ausgetragen werden. Aber über den Anteil der "modernen Kriege" als Ursache für den Klimawandel, hört man wenig bis nichts. Da verbergen sich mit Sicherheit noch unendliche Möglichkeiten für Einsparungen an Treibhausgasen (Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan und Distickstoffmonoxid), um nur einige zu nennen, von verstrahlten Gebieten ganz zu schweigen.

Wir können mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Schauspieler in Ise-Shima allen hier aufgelisteten, selbstgemachten Problemen den "Krieg" erklären, aber nicht einen einzigen lösen. Zu intim sind die Interessen der Nadelstreifenanzüge tragenden Herren von Banken und Konzernen auf der einen Seite, mit dem Elend der Welt auf der anderen Seite, verbunden.

Und passend zur Eröffnung des G7-Gipfels in Japan kam ein ebenso passendes Grußwort aus Peking, das sie daran erinnerte, sich aus dem Inselstreit im Südchinesischen Meer herauszuhalten: Die G7 solle sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern anstatt Konflikte anzufachen.

Der Widerstand formiert sich.

FH

Mehr zum Thema:
Gegenmeinung: Krieg, Terrorismus und die globale Wirtschaftskrise 2015: 113 in Wechselbeziehung zueinander stehende Teilaspekte

Kommentare:

  1. Lieber Mowitz,
    wieder ein gelungener Beitrag. Manchmal könnte man vor der Irrwitz auf der Welt kapitulieren, aber du schaffst es mit deinen Beiträgen, wieder Kraft zu sammeln. Wünsche dir ein langes Leben.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe(r) Anonym,
      Danke für die langen Lebenswünsche. Da möchte ich mit einem Psalm, obwohl ich gar nicht sonderlich religös veranlagt bin, aus der Lutherbibel antworten: "Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und wenn's köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon."
      http://bibeltext.com/psalms/90-10.htm

      In fünf Jahren werde ich achtzig Jahre. Lebendig oder tot. Meine noch verbleibenden Jahre fliegen einem greifbaren Ende entgegen.

      Gruss
      Mowitz

      Löschen
  2. Ein vitaler Geist hält lange frisch. Meine Oma wird 86 und wenn sie (mit Lupe) die Zeitung liest, beschwert sie sich: Das ist ja schlimmer als in der DDR, wer glaubt denn diesen Quatsch?! :) Ansonsten kennt sie sich sehr gut mit Skispringen, Boxen und Formel 1 aus und sie kocht nach wie vor vorzüglich .Du siehst, lieber Mowitz, die nächsten 10 Jahre sind machbar, und sie können sogar Spaß machen! Vielen Dank für deine Artikel, Entschuldigung für das Du und Alles Gute!
    Beste Grüße aus Dresden .
    Daniel

    AntwortenLöschen