Mittwoch, 18. Mai 2016

Profit vor Menschenleben - Hirnrissige Atompolitik mit rissigen Reaktordruckbehältern

EU-Pläne für Mini-AKW
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Mowitz
Na, was hat der Meister der Hintertreppen, Jean-Claude Juncker, nun wieder aus der Rumpelkammer seiner nicht beherrschbaren atomaren Hexenküche hervorgeholt? Laut Spon will die EU-Kommission, dessen Präsident Juncker ist, den Bau von neuen AKWs forcieren.

Und um die Gefahren geringer aussehen zu lassen, als sie sind, sollen auch neue Mini-Reaktoren entwickelt werden. Alles nach dem Motto Minireaktoren sind gleichzusetzen mit minimalen Risiken.

Folgende Ziele sollen damit erreicht werden:

  • Europas Abhängigkeit von Russlands Gas zu verringern.
  • Klimaziele erreichen und den CO2 -Ausstoß in der EU verringern.
  • Die EU will ihre technologische Vorherrschaft im Nuklearsektor verteidigen.
Atomkraft statt Gas aus Russland. Dadurch wird möglicherweise die Abhängigkeit von Russland verringert, aber die Abhängigkeit von anderen Energielieferanten erhöht. Die USA liefern bereits Gas nach Europa und tun alles um ihre europäischen Vasallen mit TTIP-Handelsverträgen ans Imperium festzuknebeln. Die Wall Street will Russland den europäischen Energiemarkt abjagen, was für die Europäer eher ungünstig ist. Belebt doch weniger Konkurrenz, nach einem alten kapitalistischn Glaubenssatz, nicht das Geschäft, sondern trägt zu seinem Erliegen bei.

Die bekanntesten Unfälle in kerntechnischen Anlagen sind die Nuklearkatastrophen von Tschernobyl vom 26. April 1986 und die Nuklearkatastrophe von Fukushima vom 11. März 2011. Neben diesen Super-GAUs gibt es noch weitere Unfälle, bei denen es zu erheblicher Kontamination und damit zu Umwelt- und Gesundheitsschäden gekommen ist. Und in Tschernobyl und Fukushima will die Strahlung gar nicht versiegen. Wieviel verstrahlten Fisch inzwischen an die Menschheit verfüttert wird, darüber wird nichts berichtet. Was nicht bedeuten muss dass der Fisch unverstrahlt ist, den man uns serviert. Wer hat schon immer einen Geigerzähler bei sich?

Warum die Kommission jetzt wieder verstärkt auf Atomkraft setzen will, anstatt auf erneuerbare Energie, lässt den Verdacht aufkommen, dass die Dichte der Atomlobbyisten in Brüssel, die sich dort die Klinken bei der EU in die Hand geben, etwas damit zu tun haben.

Die verbrecherische Nonchalance der verantwortlichen Betreiber der Atomkraftwerke Doel und Tihange in Belgien samt Behörden die nichts dagegen tun (können?), spricht eine deutliche Sprache wie im Kapitalismus Prioritäten gesetzt werden. Kühlwasser soll in einem AKW eine Überhitzung verhindern. Doch die belgischen AKWs Doel und Tihange sind offenbar so brüchig, dass selbst Kühlwasser eine Gefahr für die Gebäude darstellt. Es muss vorgeheizt werden.

Noch nicht einmal die Endlagerung des Atommülls ist irgendwo auf der Welt endgültig und zufriedenstellend gelöst. Und wir sprechen von Müll, der radioaktive Nuklide enthält, bei denen Halbzeitwerten bis zu ca. 7·1024 Jahre (7 Quadrillionen Jahre) vorkommt. (s. hier)

26. November 2010: Der Bundesrat billigt die Verlängerung der AKW-Laufzeiten
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Inzwischen wiegelt die Bundesregierung ab und S?PD-Wirtschaftsminister Gabriel nennt das Strategiepapier der EU-Kommission, für "absurd". Auf Gabriels Statement zu vertrauen, tue ich nicht. Zu groß ist inzwischen der Verlass auf die Umfallerqualitäten der S?PD geworden, als unverbindliche Verlautbarungen ihrer Spitzenpolitiker Glauben zu schenken. Und Merkel hat gelernt "standhaft" zu bleiben, wenn es um die Interessen der Atommafia geht.

Die einzig sichere Methode Energie zu händeln, ist weniger zu verbrauchen und den Reichtum in unserem Teil der Welt mit der ausgebeuteten Welt zu teilen. Und unsere Verschwendungssucht zu zügeln.

Nicht das ich glaube, dass die Vernunft siegen wird. Zu oft hat die Gier über den Verstand gewonnen. Ich wollte es aber trotzdem wieder einmal gesagt haben.

FH

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