Sonntag, 29. Mai 2016

Tortenwurf statt großer Wurf

Mowitz
Den Spaßvögeln der sich selbst so nennenden "antifaschistischen" Initiative "Torten für Menschenfeinde" ist mitnichten der große politische Wurf gelungen, als sie Sahra Wagenknecht auf dem Linken-Parteitag in Magdeburg mit einer Torte bewarfen. Den großen Wurf wollten sie sicher auch nicht mit ihrer Aktion erreichen, ihnen genügt allein schon die Aufmerksamkeit, so wie es ihnen mit jahrzehntelanger Gehirnwäsche in unserer kapitalistischen Spaß- und Werbegesellschaft beigebracht wird: Hauptsache die Aufmerksamkeit die man damit erreicht stimmt. Werbespots, mit denen auch sämtliche Parteien, spätestens wenn der Wahlkampf beginnt, arbeiten. Wenn das allerdings der "Antifaschismus" sein soll auf den die Tortenwerfer sich berufen, muss dem realen Faschismus nicht wirklich bange um seinen Fortbestand sein. Die Werbetrommel intelligenzbefreit für alles und jeden Scheiß zu rühren, darin ist der Faschismus sowieso einsam Spitze, und machen mühsame, aber trotzdem richtige Versuche des linken Spektrums die Welt zu erklären und für reale Gegenentwürfe zu streiten, absolut notwendig.

Dazu sind bekennende Tortenwerfer nicht wirklich zwingend brauchbare Zeitgenossen. Personen wie Sahra Wagenknecht schon. Mit kreativen, intelligenten Querdenkern sind die Parteienlandschaften weder in Deutschland noch in den meisten anderen Ländern überreichlich ausgestattet, sondern man muss häufig schon dankbar sein, wenn man zumindest auf's Mittelmaß zugreifen kann, wenn Regierungsbänke besetzt werden sollen.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Sahra Wagenknecht gehört zu den Ausnahmeerscheinungen in der deutschen Politik und wird wohl auch aus diesem Grund von allen möglichen Seiten angefeindet. Neben verletzten Eitelkeiten aus der eigenen Truppe, Gysi findet die Linke jetzr wo er nicht mehr dabei ist, als "saft- und kraftlos", kommen von der Gegenseite anerkennende Worte über Wagenknechts neuestem Buch "Reichtum ohne Gier" mit dem sie sich auf die Suche nach einer besseren Wirtschaftsordnung begibt.

Das muss erlaubt sein, wenn es denn kompetent und mit Sachverstand geschrieben ist. Und Kompetenz und Sachverstand bei einem so großen Thema ist nicht überall zu finden. Und bei Politikern schon gar nicht. Sahra Wagenknecht hat das Format, dass ihr zuzutrauen ist wertvolle Beiträge auf einen Weg in eine bessere wirtschaftliche Zukunft einbringen zu können.

Lob aus der falschen Ecke? Ich glaube nicht. Vielleicht macht man das Sahra Wagenknecht von den Intelligenzfreien auch noch zum Vorwurf, um ihre "antifaschistische" Aktion zu rechtfertigen? Denkbar wäre es. Das muss man aber ertragen können. Und zwar ohne juristisches Nachspiel für die Tortenwerfer. Eine Anzeige von Sahra Wagenknecht wäre nur kontraproduktiv. Ich hoffe für sie, dass sie von einer Anzeige absieht. Kein Mensch wählt sein Intelligenzniveau. Man hat eins oder auch nicht. Und politische Fragen die es wert sind zu diskutieren gibt es noch und nöcher. Den fortschreitenden Abbau des Sozialstaates auf der einen Seite und horrende Abfindungen für Millionäre auf der anderen Seite beispielsweise.

FH

PS:
Der Tortenwerfer und seine Hintermänner sind bekannt.
Sie stammen aus dem Umfeld der Antideutschen, einer nach eigener Definition linken Splittergruppe, die sich im Zeichen der bedingungslosen Solidarität mit Israel und den USA vor allem als Steigbügelhalter rechter Kräfte betätigt. >>>

Ein Hinweis aus der Reihe die Verheißungen des Kapitalismus. Statt einer Rente für alle Rentner von der sie leben können, 50 Millionen Euro für monatlich ein bis zwei Tage Arbeit für Pischetsrieder nach seiner Absetzung >>>

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