Mittwoch, 11. Mai 2016

Wachstum heute: Deutschland erwacht, die Bundeswehr wächst, Löhne und Renten sinken, Krieg rückt näher

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Auch wenn der Staat im Inland seine »Wutbürger« nicht im Griff hat und im letzten Jahr mehr als 1.000 Attacken auf Flüchtlingsheime zählte, und wenn ein Geheimdienstskandal den nächsten jagt: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Die Polizei ist mit der Verfolgung rechter und anderer Straftaten in Deutschland überfordert, die Bundeswehr ist es mit der angeblichen Verteidigung demokratischer Werte im Ausland. Deshalb muss die Armee nach Meinung der Regierenden unbedingt wachsen: »Neben 16 Auslandseinsätzen wird die Truppe derzeit beispielsweise auch zur Flüchtlingshilfe und verstärkt zur Abschreckung gegen Russland im östlichen NATO-Gebiet eingesetzt« , informierte die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag. Anlass waren die Pläne von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) für eine Truppenverstärkung, die sie wenige Stunden später in Berlin vorstellte. Laut dpa »reagiert« sie damit »auf neue Bedrohungen und wachsende Aufgaben« . Das Verteidigungsministerium erklärte am Dienstag, dass es in den nächsten sieben Jahren einen zusätzlichen Personalbedarf von 14.300 Soldaten und 4.400 Zivilangestellten gebe. Zunächst sollen 7.000 Soldatenstellen neu geschaffen werden. Zum Beispiel sollen neue Sanitäter für militärische Auslandseinsätze rekrutiert werden, während hierzulande 100.000 Pflegekräfte in den Krankenhäusern fehlen........

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Milliardensummen

Um in diesem Sinne "die Leistungsfähigkeit der Bundeswehr" zu steigern, sind laut von der Leyen 96 "Einzelmaßnahmen" geplant.[2] Dazu zählt der Aufbau einer eigenen Truppengattung für den Cyberkrieg, den die Ministerin vor kurzem angekündigt hat. Dafür sollen hochqualifizierte IT-Spezialisten angeworben werden. Des weiteren würden die "Spezialkräfte von Heer und Marine" gestärkt, erklärt von der Leyen; unter anderem werde das für die Kriegsführung in küstennahen Bereichen geschaffene Seebataillon eine neue "Boardingkompanie" erhalten.[3] Die "Kapazitäten im Management großer Rüstungsprojekte" müssten vergrößert werden; darüber hinaus werde die Sanitätsversorgung der Bundeswehr im In- und Ausland ausgebaut. All dies ist mit einer massiven Aufstockung des Militärhaushalts verbunden. Lag der deutsche Wehretat bereits 2015 mit einem Volumen von fast 33 Milliarden Euro um mehr als 40 Prozent über demjenigen des Jahres 2000 (23,1 Milliarden Euro), so soll er nun weiter wachsen. Bereits für 2017 sind 36,6 Milliarden Euro eingeplant; 2020 sollen der Bundeswehr 39,2 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Damit sollen neben der Personalaufstockung umfangreiche Aufrüstungsprojekte finanziert werden. Die Verteidigungsministerin hat bereits im Januar angekündigt, bis 2030 rund 130 Milliarden Euro zur Anschaffung neuen Kriegsgeräts ausgeben zu wollen - doppelt so viel wie ursprünglich geplant......

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"Kriege werden viel mehr gemacht, als sie entstehen - wer da mit magischen Geschichten kommt, hat viel zu gewinnen im Kriege - und wenig zu verlieren." Kurt Tucholsky

Der Amerikaner hält sich für den ersten Mann der Welt, weil er kein Farbiger ist.

Der Engländer hält sich für den ersten Mann der Welt, weil er Engländer ist.

Der Deutsche hält sich für den ersten Mann der Welt, weil er die Juden und die Franzosen haßt; was er selber ist, weiß er nicht genau.

So verschieden ist es im menschlichen Leben.


Peter Panter
Die Weltbühne, 15.09.1931, Nr. 37, S. 416.

1 Kommentar:

  1. Mein Vater (geb. 1912) hat immer gesagt : "Da schicken wir die deutschen Putzfrauen mit nem nassen Handtuch hin !"
    Wozu also dieser enorme finanzielle Aufwand ?

    MfG. grillbert aus Hamburg.

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