Freitag, 24. Juni 2016

Cameron geht, Pfund stürzt ab, Dax bricht um zehn Prozent ein - Bleiben die EU-Sanktionen gegen Russland immer noch bestehen?

Mowitz
52 Prozent für den Austritt, 48 Prozent für den Verbleib Großbritanniens in der EU. Schon ist das Kurzzeitchaos an den Börsen ausgebrochen. Der Dax verlor innerhalb von Minuten 10 Prozent seines Wertes. Die deutsche Exportindustrie bangt um ihre Pfründe. Der Kapitalismus hört für den Augenblick auf der Menschheit die großen Versprechen zu machen, die er nie einlösen kann und auch nicht wird.

Schottland und Nordirland wollen in der EU bleiben; zurück bleibt ein arg gebeuteltes Großbritannien mit der Option ohne Schottland und Nordirland auf ein Kleinbritannien zu schrumpfen. Sogar Spanien will jetzt sein Gibraltar zurückhaben. Soviel "Freiheit" muss sein. UKIP-Chef Nigel Farage jubelt, macht aber bereits Abstriche an seinem Millionenversprechen. Sein Versprechen 350 Millionen Pfund zusätzlich ins Gesundheitswesen zu stecken, sobald Großbritannien aus der EU ausgetreten ist, war zwar ein Versprechen von Farages "Vote Leave"-Kampagne, jedoch nicht von ihm persönlich. Darauf muss man erst mal kommen.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Marine Le Pen, französische Rechtsextremistin, schwadroniert: „Sieg der Freiheit! Wie ich es seit Jahren fordere, brauchen wir jetzt dasselbe Referendum in Frankreich und in den Ländern der EU.“

Seit wann siegt die "Freiheit" wenn das System Kapitalismus, der eigentliche Feind von Freiheit und Demokratie, unangetastet bleibt?

Geert Wilders prophezeit: "Und die Niederlande werden die Nächsten sein!"

Das Wall Street-Kapital hört genussvoll, still und leise zu. Hat es doch mit Genugtuung nachgeholfen, die EU in eine Überlebenskrise zu stürzen von der sie sich vielleicht nicht mehr erholen wird. Dieses Ziel hat Washington seit Gründung der EU nie aus den Augen verloren.

Anstatt das Ende der EU mit "Freiheit" zu verwechseln, wie es neofaschistische Kräfte lauthals und rundum in Europa tun, so als hätten die Völker je die Macht in ihren respektiven Heimatländern besessen, sollte die Kraft die man gegen die EU verschwendet, besser für die Auflösung der Nato und ein neues Wirtschafts- und Gesellschaftssystem einsetzen, in dem die Macht wirklich vom Volk ausgeht und auch eine Regierung Merkel nicht das Volk der Griechen in Hunger, Armut und Elend treiben kann.

Der Sturz des Bestehenden nur um seiner selbst willen ist ein Irrweg. Man muss schon eine Vorstellung davon haben was danach kommen soll. Faschismus ist nicht die Lösung, sondern Teil des Problems. Die USA sind faschistisch, so wie Deutschland es auch wieder ist. Was leicht an ihren endlosen, systembedingten Kriegen gegen die Welt zu beobachten ist. Merkel hat sich schon früher keine Gelegenheit entgehen lassen, um ihre Kriegsbereitschaft zu demonstrieren. Kapitalismus = Faschismus!!

Parolen allein reichen nicht aus um nachhaltige Gegenentwürfe zu entwickeln. Die werden wie Altpapier wieder schnell vom Winde verweht sein.

FH

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