Mittwoch, 22. Juni 2016

Das US-Imperium provoziert den russischen Bären und schiebt dabei die NATO als "Kanonenfutter" vor

Von Timothy Alexander Guzman
Global Research, 06.06.16

BALTOPS 16 (s. hier) ist ein Militärmanöver, das vom 3. bis 18. Juni in der Ostsee stattfindet, an die auch Russland grenzt. Aus einem vom U.S. Naval Institute veröffentlichten Bericht mit dem Titel "Analysis: Larger NATO Baltic Sea Exercise Sends Important Message to Russia" (Analyse: Mit einem größeren NATO-Manöver in der Ostsee wird eine wichtige Botschaft an Russland gerichtet, die hier nachzulesen ist) geht hervor, wer an BALTOPS 16 teilnimmt:
In den nächsten drei Wochen wird das Manöver BALTOPS 16 stattfinden, an dem rund 6.000 Soldaten, 45 Kriegsschiffe und 60 Kampfflugzeuge aus 17 Staaten teilnehmen – darunter die NATO-Mitglieder USA, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande, die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie Polen und Dänemark und die nicht der NATO angehörenden Partnerstaaten Schweden und Finnland.
Cartoon:  ‘Copyleft’ by Carlos Latuff, The Contortionist (Wortverdreher, Schlangenmensch)
Noch gefährlicher ist, dass die North Atlantic Treaty Organization / NATO, eine transatlantische Allianz der Streitkräfte und Geheimdienste, die von den USA (dominiert und) unter Beteiligung der EU – also von den Steuerzahlern der USA und der EU – finanziert wird, ihren Raketenabwehrschild mit einer neuen Basis in Rumänien ausgebaut hat und auch damit die Sicherheit Russlands bedroht. Der US-amerikanische TV-Sender CNN hat darüber Folgendes berichtet: "Die USA haben im Mai in Rumänien eine landgestützte Raketenabwehrbasis in Betrieb genommen (weitere Infos dazu s. hier). Dieses Abwehrsystem soll Europa vor Raketen schützen, die von Schurkenstaaten wie dem Iran abgefeuert werden und ist nach Angaben aus Washington nicht gegen von Moskau eingesetzte Raketen gerichtet." Warum sollte der Iran Europa mit Raketen angreifen? Als Putin 2014 gefragt wurde, ob er diese Behauptung der US-Regierung glaube, hat er nur gelacht.

Dass Washington seinen Raketenabwehrschild mit der nun betriebsbereiten Basis in Rumänien verstärkt hat (und in Polen eine weitere bauen wird, (s. hier), findet die russische Regierung nicht mehr zum Lachen. Putin hat die europäischen NATO-Staaten gewarnt (s. hier). Bei einem künftigen Konflikt zwischen der von den USA geführten NATO und Russland seien sie damit auch selbst ins "Fadenkreuz" (russischer Gegenschläge) geraten. Die Nachrichtenagentur Reuters hat gemeldet, wie Putin während seines Athen-Besuchs in einer Pressekonferenz mit dem griechischen Premierminister Alexis Tsipras darauf reagiert hat: "Die rumänische Bevölkerung sollte sich darüber im Klaren sein, dass wir zu unserer Sicherheit jetzt dazu gezwungen sind, bei möglichen Gegenmaßnahmen auch sie ins Fadenkreuz zu nehmen." Putin warnte auch die polnische Bevölkerung: "Das Gleiche gilt auch für die Polen." Der polnische Verteidigungsminister Antoni Macierewicz hat kürzlich angekündigt, die NATO werde in Polen, Litauen, Lettland und Estland insgesamt vier Bataillone stationieren (s. hier), um der russischen Bedrohung entgegenzutreten. Außerdem hat Polen 35.000 neue Rekruten für eine Art Bürgerwehr einberufen, die helfen soll, jedwede Militärintervention Russlands zurückzuschlagen.

Die europäischen Vasallen-Staaten Washingtons sind auf dem Weg zur sozialen, politischen und wirtschaftlichen Selbstzerstörung. Denn unter den EU-Sanktionen gegen Russland leiden auch die eigenen Bauern und Industriearbeiter, und vielen europäischen Firmen droht wegen der durch die Sanktionspolitik der USA und der NATO erlittenen finanziellen Einbußen sogar der Bankrott.

Der Ausbau des US-Raketenabwehrschildes in Rumänien, die Einberufung von Rekruten in Polen und das Militärmanöver BALTOPS 16 werden die Beziehungen zu Russland, die sich seit dem Ende des Kalten Krieges immer weiter abgekühlt haben, noch weiter verschlechtern. Russland sieht sich von der NATO umzingelt und in seiner Sicherheit bedroht. Der Westen treibt ein gefährliches Spiel, das sehr schnell zu einem desaströsen Krieg eskalieren könnte.

Sogar die RAND Corporation glaubt nicht an einen Sieg der NATO über die russischen Streitkräfte

Russland sei darauf vorbereitet, einen Angriff der NATO abzuwehren und den Krieg in längstens drei Tage zu gewinnen; das behauptet zumindest die RAND Corporation, ein US-Thinktank, der seinen Sitz im kalifornischen Santa Monica hat. Die RAND Corporation schmückt sich mit bekannten Politikern wie dem Kriegsverbrecher Henry Kissinger und neokonservativen Ministern der Regierung George W. Bushs – dem ehemaligen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, der von 1981 bis 1986 und von 1995 bis 1996 ihr Vorsitzender war, und mit der ehemaligen Außenministerin Condoleezza Rice, die ihr als Treuhänderin diente. Nach einem Report der RAND-Corporation wäre ein NATO-Krieg gegen Russland schon nach 36 bis 60 Stunden verloren; ich rechne sogar damit, dass die Russische Föderation einen Angriff der NATO schon nach 24 Stunden zurückgeschlagen hätte.
In einer Reihe von Kriegsszenarien, die vom Sommer 2014 bis zum Frühjahr 2015 durchgespielt wurden, kam die RAND Corporation zu folgendem ernüchternden Ergebnis: Bei einem plötzlichen russischen Überfall auf die baltischen Staaten könnte die NATO das Territorium ihrer exponiertesten Mitglieder nicht erfolgreich verteidigen. Nach Einschätzung der erfahrenen Teilnehmer mit und ohne Uniform hätten die russischen Streitkräfte in längstens 60 Stunden die Außenbezirke der estnischen Hauptstadt Tallinn und der lettischen Hauptstadt Riga erreicht.
Wenn die NATO so bescheuert wäre, einen Krieg mit Russland anzufangen, müssten alle europäischen Staaten (bis zum Atlantik) mit russischen Raketenangriffen und der Zerschlagung ihrer ohnehin schon sehr fragilen sozialen und wirtschaftlichen Ordnung rechnen. Bei einem Angriff auf Russland würde auch die NATO auseinanderbrechen. Nach Meinung des unabhängigen geopolitischen Analysten Pepe Escobar ist die Militärtechnik Russlands viel moderner und schlagkräftiger als die der USA und der NATO (s. hier).
Im Falle einer atomaren Auseinandersetzung würden die russischen Abwehrraketen des Typs S-400 und besonders die des Typs S-500 alle anfliegenden US-Interkontinentalraketen, Marschflugkörper und Tarnkappen-Bomber abfangen. Kampfdrohnen würden durch eine spezielle Drohnen-Abwehr unschädlich gemacht. Die S-500 kann praktisch alle Tarnkappen-Flugzeuge der Typen F-22, F-35 und B-2 außer Gefecht setzten.

Außerdem ist Russland den USA bei der Entwicklung von Raketen, die wie die S-300, S-400 und die S-500 schneller als der Schall fliegen, rund vier Generationen voraus. Und die nächste Generation – die S-600 – existiert bereits auf dem Zeichenbrett. In den USA dauert die Entwicklung einer neuen Generation von Waffensystemen mindestens 10 Jahre. Das wissen auch die pensionsberechtigten Pentagon-Planer.
Die NATO ist verantwortlich für die chaotischen Zustände im Irak, in Afghanistan, in Syrien, im Jemen, in Libyen, in der Ukraine und im ehemaligen Jugoslawien. In Jugoslawien begannen mit dem so genannten Kosovo-Konflikt die NATO-Kriege, die seither als "humanitäre Interventionen" beschönigt werden. Die NATO behauptete, die albanische Bevölkerung im Kosovo werde von Truppen der Bundesrepublik Jugoslawien verfolgt, die seit der Abspaltung anderer Teilstaaten im Jahr 1991 nur noch aus Serbien und Montenegro bestand. Die NATO versuchte ein Mandat des UN-Sicherheitsrates für ein militärisches Eingreifen im Kosovo zu bekommen, scheiterte aber an den Vetos Russlands und Chinas. Auf Betreiben Washingtons griff die NATO Serbien und Montenegro trotzdem an und versuchte ihr Eingreifen als "humanitäre Aktion" zu rechtfertigen. In diesem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg starben 12.000 Zivilisten – vor allem Albaner, aber auch Serben, Roma und Angehörige anderer ethnischer Gruppen. Nach dem Krieg in Jugoslawien ernannte sich die NATO unter Führung Washingtons zur "Weltpolizei", die überall eingreifen konnte – nicht nur in Europa, sondern auch in Zentralasien, in Ost- und Nordafrika und im Mittleren Osten bis zum Indischen Ozean.

Damit hat sich die NATO zum willfährigen Handlanger des US-Imperialismus machen lassen; bei der von Washington angestrebten Herrschaft über Eurasien soll sie die Drecksarbeit für die USA machen und das "Kanonenfutter" stellen, auch wenn sie dabei in einem Krieg gegen Russland an vorderster Front Selbstmord begeht.

Die NATO-Interventionen im Mittleren Osten und in Nordafrika und die Flüchtlingskrise in Europa

Das Pentagon hetzt die NATO auf seine angeblichen Feinde und verursacht damit immer wieder geopolitische Katastrophen – wie 2011 mit der "humanitären Intervention" in Libyen. Die Kurzsichtigkeit der NATO-Interventionspolitik in Libyen und jetzt in Syrien ist die Hauptursache für den Flüchtlingsstrom aus beiden Ländern, der sich in die Europäische Union ergießt. Die Flüchtlingskrise führt zu Spannungen in der EU; viele Europäer lehnen die Flüchtlinge ab, vergessen dabei aber, dass sie die Folge der NATO-Interventionen in Afrika und im Mittleren Osten sind. Eine der absurdsten Erklärungen zur Flüchtlingskrise in der EU kam vom NATO-Oberkommandierenden Philip Breedlove; am 1. März hat die Financial Times dazu folgendes berichtet:
"Als Breedlove bei einem Hearing im Senat gefragt wurde, ob Russland den Flüchtlingsstrom lenke, um Unruhe in der EU zu stiften, antwortete er: "Die Russen wollen mit ihren Luftangriffen auf Zivilisten die Menschen in die Flucht treiben, um anderen Staaten Probleme aufzuhalsen." Er fügte hinzu: "Das nenne ich Flüchtlinge zu Waffen machen."
Die Behauptung General Breedloves, Russland nutze den Flüchtlingsstrom als Waffe, ist absurd. Schauen wir uns doch einmal genauer an, warum die Menschen aus dem Mittleren Osten und aus Nordafrika fliehen? Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien, aber auch aus Afghanistan, aus dem Kosovo, aus Libyen, Albanien, Mali und Somalia – also aus Ländern, in denen "humanitäre Interventionen" der USA und der NATO stattgefunden haben. Sogar aus Eritrea und Nigeria machen sich Menschen auf den langen Weg in die Europäische Union. Nicht die russische, sondern die US-Regierung ist also verantwortlich für die Flüchtlingskrise in Europa. In diesem Zusammenhang sollten wir uns daran erinnern, was General Wesley Clark 2007 in einem Interview mit Amy Goodman von Democracy Now berichtet hat. Ein Bekannter aus dem Pentagon habe ihm gesagt: "Wir sollen in 5 Jahren sieben Staaten überfallen, erst den Irak, dann Syrien, den Libanon, Libyen, Somalia, den Sudan und anschließend den Iran." (Weitere Infos hier.)

Die USA und ihre Verbündeten, einschließlich Israels, der Türkei, Saudi-Arabiens und der anderen Marionetten-Monarchien am Golf, haben 2011 den "Bürgerkrieg" in Syrien inszeniert (s. hier), um mit Hilfe einer von ihnen finanzierten "Oppositionsgruppe" den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu stürzen. Die "Proteste" wurden verdeckt von Geheimdienstlern aus den USA, aus NATO-Staaten und aus Israel organisiert, um Chaos zu stiften, das dann durch geschickte Propaganda der syrischen Regierung angelastet wurde. Washington und Israel wollen Syrien destabilisieren und in mehrere Teilstaaten aufspalten, die sich leichter kontrollieren lassen. Diesen Plan verfolgt Israel schon, seit es 1948 seine Unabhängigkeit erklärt hat. Am 24. September 2010 hat Wikileaks eine E-Mail veröffentlicht, die Alec Ross, ein bekannter Innovationsberater, an die aussichtsreiche Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton gesandt hat, die damals noch US-Außenministerin war. Darin berichtete er stolz "über die erste erfolgreiche Propagandakampagne in Syrien, die er mit Hilfe der sozialen Medien in Gang gesetzt" hatte. Ross schrieb: "Jared und ich gingen nach Syrien, weil wir wussten, dass die syrische Gesellschaft immer jünger wird. Die Jugend Syriens wird sich in 17 Jahren verdoppelt haben und aufgeschlossen für digitale Botschaften (aus dem Internet) sein. Damit ist leicht Unruhe zu stiften, die wir für unsere Zwecke nutzen können." Damit ist erwiesen, dass die Pläne Washingtons für die Zukunft Syriens längst fertig waren, bevor 2011 die Proteste begannen. Professor Michel Chossudovsky, der Direktor und Gründer der Website Global Research hat einen Artikel mit der Überschrift "Five Years Ago: The US-NATO-Israel Sponsored Al Qaeda Insurgency in Syria. Who Was Behind The 2011 'Protest Movement'?" (Vor fünf Jahren: Der von den USA, der NATO und Israel gesponserte Al-Qaida-Aufstand in Syrien – Wer steckte hinter der 2011 entstandenen 'Protestbewegung', nachzulesen hier). Darin steht:
Vom ersten Tag an wurden die islamistischen "Freiheitskämpfer" von den Oberkommandos der NATO und der Türkei finanziert, trainiert und ausgerüstet; das hat der israelische Geheimdienst bestätigt [Debka, 14. August, 2011].

Das NATO-Hauptquartier in Brüssel und das türkische Oberkommando hatten schon vorher Pläne für ein militärisches Eingreifen in Syrien entworfen; die sahen vor, die Rebellen mit Waffen zur Bekämpfung von Panzern und Hubschraubern zu beliefern (s. hier), um den Sturz des Assad-Regimes zu beschleunigen. ... Die NATO-Strategen dachten an Panzer- und Luftabwehrraketen, Granatwerfer und schwere Maschinengewehre, mit denen die reguläre syrische Armee in den Protestzentren zurückgeschlagen werden soll. [DEBKAfile, Die NATO liefert den Rebellen Panzerabwehrwaffen, 14. August 2011]

Diese Initiative, die von Saudi-Arabien und Katar unterstützt wurde, sah auch die Rekrutierung tausender dschihadistischer "Freiheitskämpfer" vor; das erinnert an die Anwerbung der Mudschaheddin, die im Auftrag der CIA in einem Dschihad (Heiligen Krieg) die sowjetische Rote Armee in Afghanistan bekämpften.

In Brüssel und Ankara wurde nach Angaben unserer Quelle auch über die Anwerbung tausender islamischer Freiwilliger im Mittleren Osten und in der gesamten islamischen Welt nachgedacht, die an der Seite der syrischen Rebellen kämpfen sollen. Die türkische Armee soll diese Freiwilligen in Camps sammeln, militärisch ausbilden und in Syrien einschleusen. Dort sollen die angeworbenen Söldner in von den USA gesponserte Terrororganisationen wie Al Nusrah und ISIS integriert werden. Die am 17. und 18. März 2011 in Daraa inszenierte "Protestbewegung" wurde vom Mossad und anderen westlichen Geheimdiensten mit Hilfe islamistischer Terroristen in Gang gesetzt.
Auch die "humanitäre Intervention" der USA und der NATO in Libyen erfolgte im Rahmen der strategischen Planungen Washingtons. Mit dem Sturz des Präsidenten Muammar Gaddafi wurde der Zugriff auf die Bodenschätze Libyens möglich, und der Westen behielt die wirtschaftliche und politische Kontrolle über den afrikanischen Kontinent. Der Westen wollte auch verhindern, dass der von Gaddafi geplante Golddinar die westlichen Währungen aus Afrika verdrängt. Westliche Konzerne sollen die Bodenschätze Libyens ausbeuten und über seine Goldreserven verfügen. Flüchtlinge kommen auch aus dem Kosovo, das dem früheren Präsidenten Clinton ein Denkmal errichtet hat (s. hier), und aus Mali, Albanien und mehreren anderen Staaten, in denen "humanitäre Interventionen" der USA und der NATO stattgefunden haben. Und nun versuchen Washington und die Mainstream-Medien Russland für diesen Flüchtlingsstrom verantwortlich zu machen.

Die Tatsache, dass die Flüchtlinge vor allem aus Ländern kommen, in denen die USA und die NATO militärisch interveniert haben, ist der Beweis dafür, dass sie damit die Fluchtwelle verursacht haben. Wer glaubt da noch den Unsinn, den General Breedlove behauptet hat? Das Eingreifen der USA und der NATO im Mittleren Osten und in Nordafrika ist der wahre Grund für den Flüchtlingsstrom, der sich in die EU ergießt und ihr auch wirtschaftliche Probleme bereiten wird, weil die Steuerzahler für Unterkunft, Verpflegung und Ausbildung der Flüchtlinge aufkommen müssen.

Die "humanitären Interventionen" der USA und der NATO haben das Flüchtlingselend verursacht. Kriege gebären Tod und Zerstörung und lösen Massenwanderungen von Familien aus, die ihr Land verlassen, weil sie überleben und sich eine neue Existenz sichern wollen. Die USA und die NATO streuen damit auch den Samen für die Zerstörung Europas und der restlichen Welt. Wann wird die europäische Bevölkerung die unverantwortlichen Militärinterventionen der NATO stoppen, die nicht nur Staaten in aller Welt, sondern letztlich auch Europa zerstören? Warum dulden das die Politiker in Brüssel, die für diese Entwicklung verantwortlich sind? Aber würde das überhaupt irgendetwas ändern? Ich bezweifle es, weil die NATO nur ein Bündnis von Vasallenstaaten ist, das von den USA, also eigentlich von der Wall Street, den US-Konzernen und US-Interessengruppen kontrolliert wird.

Könnte ein Krieg der NATO gegen Russland ihr letzter sein?

Russland wird die NATO nicht angreifen, es wird aber keinesfalls einen NATO-Angriff auf sein Territorium dulden, selbst wenn es zu seinem Schutz seine Atomwaffen einsetzen muss. Ein Artikel, den Dmitry Orlov, der Redakteur und Gründer von www.cluborlov.blogspot.org, zusammen mit russischen Wissenschaftlern, Autoren und Bloggern, darunter Dr. Eugenia W. Gurewitsch (http://thesaker.ru), Naturwissenschaftler Dr. Victor Katsap, (NuFlare Technology America, Inc, s. http://www.nuflare.co.jp/english/), Andrei Kozhev, SergeLubomudrov und The Saker (A. Raevsky) verfasst hat, trägt den Titel: "Eine russische Warnung". Er beginnt mit einer Einführung über die Probleme, die ein Krieg der USA und der NATO gegen Russland und China hervorrufen würde. (Eine deutsche Übersetzung ist hier aufzurufen.)
Wir, die Unterzeichnenden, sind Russen, die in den USA leben und arbeiten. Wir haben mit zunehmender Sorge beobachtet, wie die gegenwärtige Politik der USA und der NATO uns auf einen extrem gefährlichen Kollisionskurs mit der Russischen Föderation und mit China gebracht hat.
Der Artikel macht deutlich, welche verheerenden Folgen ein derartiger Krieg hätte:
Die Führung der USA hat alles in ihrer Macht stehende getan, um die Situation an den Rand der Katastrophe zu führen. Zuerst hat ihre anti-russische Politik die russische Führung davon überzeugt, dass es nutzlos ist, dem Westen Konzessionen zu machen oder mit ihm zu verhandeln. Es wurde offensichtlich, dass der Westen immer jedes Individuum, jede Bewegung oder Regierung unterstützen wird, die anti-russisch ist; seien es Steuern hinterziehende russische Oligarchen, verurteilte ukrainische Kriegsverbrecher, von den Saudis unterstützte wahabitische Terroristen in Tschetschenien oder Punks, die in Moskau eine Kathedrale entweihen. Nun, da die NATO sich unter Bruch ihrer früheren Versprechen bis an die russische Grenze ausgedehnt hat, und US-Truppen ins Baltikum entsandt sind, in Artilleriereichweite von St. Petersburg, Russlands zweitgrößter Stadt, gibt es nichts, wohin die Russen zurückweichen könnten. Sie werden nicht angreifen, aber sie werden auch nicht nachgeben oder sich ergeben. Die russische Führung genießt die Unterstützung von über 80% der Bevölkerung, und die verbliebenen 20% sind der Überzeugung, sie sei den westlichen Übergriffen gegenüber zu zaghaft. Aber Russland wird Vergeltung üben, und eine Provokation oder ein simpler Fehler könnten eine Kette von Ereignissen auslösen, die mit Millionen toter Amerikaner und den USA als Trümmerhaufen endet.

Anders als viele Amerikaner, die Krieg als aufregendes, siegreiches Abenteuer im Ausland sehen, hassen und fürchten die Russen den Krieg. Aber sie sind ebenso bereit dazu, und sie haben sich schon seit einigen Jahren darauf vorbereitet. Ihre Vorbereitungen waren sehr effektiv. Anders als die USA, die ungezählte Milliarden für zweifelhafte,
überteuerte Waffenprogramme wie den F-35 Mehrzweckkampfflieger verschleudern, gehen die Russen mit den Rubeln ihres Verteidigungsetats sehr sparsam um und erhalten dafür im Vergleich zur aufgeblasenen US-amerikanischen Rüstungsindustrie etwa zehn Mal soviel ‘Knall für die Kohle’. Auch wenn es stimmt, dass die russische Wirtschaft unter den niedrigen Energiepreisen gelitten hat, ist sie weit davon entfernt, ins Chaos zu stürzen, und eine Rückkehr zu Wachstum wird bereits nächstes Jahr erwartet. Senator John McCain nannte Russland einmal "eine Tankstelle, die vorgibt, ein Land zu sein". Nun, er hat gelogen. Ja, Russland ist der weltgrößte Ölproduzent und der zweitgrößte Ölexporteur; aber es ist auch der weltgrößte Exporteur von Getreide und von Nukleartechnik. Russland ist ebenso fortgeschritten und hoch entwickelt wie die Vereinigten Staaten. Die russischen Streitkräfte, die konventionellen wie die nuklearen, sind jetzt zum Kampf bereit, und sie sind denen der USA und der NATO mehr als ebenbürtig, insbesondere, wenn ein Krieg irgendwo in der Nähe der russischen Grenze ausbrechen sollte. (Der zitierte Text wurde der oben verlinkten Übersetzung entnommen.)
Ich stimme dieser Einschätzung zu; das US-Militär würde nur einen weiteren Krieg verlieren, wie viele andere vorher. Die aufgegebene Entwicklung des Kampfjets F-35 ist ein Beleg dafür, dass die US-Waffentechnologie trotz vieler verschwendeter Milliarden Dollars der russischen unterlegen ist; vor allem aber stünden die USA in einem Krieg gegen Russland und China auf der "falschen Seite", weil dieser Krieg moralisch nicht zu rechtfertigen wäre.

Vorerst wird Washington, auf das "Faustrecht des Stärkeren" pochend, auch weiterhin kleinere, schwächere Staaten im Mittleren Osten und in Afrika von Terroristenhorden verwüsten lassen, die es bezahlt, ausgebildet und bewaffnet hat. Die US-Regierung wird die Destabilisierung von lateinamerikanischen Staaten fortsetzen und auch dort "Regimewechsel" herbeizuführen versuchen – was ihr kürzlich in Brasilien gelungen ist und mit Hilfe von US-gesteuertenm "Oppositionsgruppen" in Venezuela, Ecuador und Bolivien weiter versucht wird. Das US-Imperium wird fortfahren, die Ressourcen unseres Planeten zu rauben und auszuplündern, bis es wie andere Imperien, die in der Vergangenheit ähnliche Verbrechen gegen die Menschheit begangen haben, ebenfalls untergehen wird.

Wenn die NATO-Truppen an den Grenzen Russlands so dumm sind, Angriffsbefehle aus Washington zu befolgen, werden sie in weniger als drei Tagen aufgerieben sein. Aber Vasallen können in inneren und äußeren Angelegenheiten ja keine eigenen Entscheidungen treffen. Die NATO ist leider dazu bereit ihre europäischen Mitgliedsstaaten und deren Bevölkerung in einem Krieg gegen Russland zu opfern – nicht für Europa, sondern für das US-Imperium.

luftpost-kl.de hat den Artikel, bei dessen Lektüre antideutsche Kritiker wieder aufheulen werden, komplett übersetzt.

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