Donnerstag, 30. Juni 2016

Das verzweifelte Suchen nach "Führungspersönlichkeiten"

Mowitz
Je lauter das Gebrüll von  "gemeinsame demokratische Werte schützen",  als Begleitmusik von Terror und Sprengstoffgürtel angestimmt wird, desto intimer ist der Umgang der "haltet den Dieb"-Brüller mit den Sprengstoffgürtelträgern. Der Anschlag auf den Istanbuler Flughafen Atatürk dieser Tage, soll dem Vernehmen nach vom Islamischen Staat verübt worden sein. Das ist nicht auszuschließen, aber wasserdichte Beweise sind bis zur schreibenden Stunde noch nicht bekannt geworden. Was aber allgemein bekannt ist, ist die schon monate-/jahrelange Zusammenarbeit der Türkei und Staaten des Golf-Kooperationsrats und Israels mit Terrorgruppen, und wenn sie nicht abgebrochen wurde, findet sie immer noch statt. Die Türkei ist nicht allein in der westlichen W(ä)rtegemeinschaft die sich zweifelhafter Geschäfte mit dem Terrorismus rühmen kann. Das können auch die Herren des Universums, ohne deren Zustimmung in existenziell wichtigen Fragen keinem Vasall Alleingänge erlaubt werden.
"Lkw-Kolonnen fahren regelmäßig aus der Türkei in jene Gebiete Syriens, die unter Kontrolle des Al-Qaida-Ablegers al-Nusra und der Terrorgruppe Ahrar al-Scham stehen....." Sputnik
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums im März 2016 fuhren also Laster „rund um die Uhr“ über die Grenze, während der Terrorkrieg gegen Syrien voll glühte, der auch neben Hundertausenden von Toten zu Millionen Flüchtlingen geführt hat, von denen sich ein Teil nach Europa durchschlägt, ein Teil beim Versuch mit Schlauchbooten übers Mittelmeer nach Europa zu kommen, absäuft und ein Teil in der Türkei in Lagern ihr Dasein fristet. Der Krieg ging nicht von Syrien aus. Sondern Syrien ist Opfer eines Stellvertreterkrieges der westlichen Wertegemeinschaft, deren Ursachen, wie in allen modernen  Eroberungskriegen, in wirtschaftlichen Gründen zu finden sind. (Öl, Gas, und andere Bodenschätze).

Auch Deutschland soll mit 50 KSK-Spezialisten dabei sein. Wozu man aber offiziell nicht gerne stehen will, da der Einsatz auf fremden syrischen Territorium, von der syrischen Regierung nicht genehmigt ist, und somit als völkerrechtswidrig zu betrachten ist. (s. hier und hier)

Kurt Tucholsky nannte in seiner Glosse "Der bewachte Kriegsschauplatz" 1931 in der Zeitschrift "Die Weltbühne" Soldaten für Mörder. Das ist heute strafbar in der BRD zu sagen und darf nur unter Beachtung bestimmter juristischer Feinheiten verwandt werden. Also begnüge ich mich damit Tucholsky zu zitieren und hoffe, dass Kurt Tucholsky zu zitieren noch von der grundgesetzlich garantierten freien Meinungsäußerung geschützt ist.
„Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.“– Kurt Tucholsky
Elite soll die Auslese der Besten eines Volkes sein. Wie muss es da erst um die Nichtelite bestellt sein? Die kann eigentlich nur besser sein. Denn mörderischer als das Handwerk der Geopolitik, die ja hauptsächlich von elitären Kräften der Diplomatie und Wirtschaft betrieben wird, kann ich mir kein anderes Handwerk vorstellen.

Nun ist eine neue Situation im Land, wo Milch und Honig fließen, den Vereinigten Staaten von Nordamerika, eingetreten, welche die Bürger der VSA rat- und sprachlos macht.

Hillary Clinton und Donald Trump lösen als Präsidentschaftskandidaten nur wenig Zuspruch bei den Wählern aus. Das ergab eine Umfrage, die Ende Juni im Auftrag der Universität Quinnipeck durchgeführt wurde.

An der landesweiten Umfrage waren 1610 Menschen beteiligt.
"Laut 53 Prozent der Befragten könnte die Demokratin im Falle ihres Wahlsieges keine gute Staatspräsidentin werden. 43 Prozent sind entgegengesetzter Meinung. In ähnlicher Weise verteilen sich die Antworten in Bezug auf den Repubikaner Trump: 58 und 35 Prozent". sputnik
Die Unterstützung der Wähler soll für Clinton bei 42 Prozent liegen und für Trump bei 40 Prozent.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Anscheinend haben die US-Amerikaner immer noch nicht begriffen, dass ihr politisches Führungspersonal heute so aussieht wie eben Hillary Clinton und Donald Trump aussehen. Mehr ist nicht und mehr war auch nie. Vielleicht traten sie früher besser auf und vermittelten so nur den Eindruck als seien sie besser als es damals aussah.

Die de-facto-Eroberung Libyens durch die USA und deren imperiale Partner läutet eine moderne Version des „Drängens nach Afrika“ am Ende des 19. Jahrhunderts ein, schrieb John Pilger 2011 in seinem Artikel "Der Sohn Afrikas fordert die Kronjuwelen des Kontinents". John Pilger ist ein mit vielen Auszeichnungen prämierter australischer Journalist und Dokumentarfilmer, der mehr als 50 Filme drehte und in seiner Karriere für viele bekannte englischsprachige Zeitungen schrieb; z. B. „The Independent“, „The Guardian“ und „The New York Times“.
"Der Hauptgrund für die Invasion der Vereinigten Staaten von Amerika in Afrika unterscheidet sich nicht von dem, der hinter dem Krieg gegen Vietnam stand. Es ist China. In der Welt selbsterfüllender institutionalisierter Paranoia, die das begründet, von dem General David Petraeus, der vormalige Oberbefehlshaber der Vereinigten Staaten von Amerika und jetzige Direktor der CIA unterstellt, es sei ein Zustand des fortwährenden Krieges, ersetzt China al-Qaeda als die offizielle „Bedrohung“ Amerikas. Als ich letztes Jahr Bryan Whitman, einen stellvertretenden Staatssekretär für Verteidigung im Pentagon interviewte, bat ich ihn, die derzeitige Gefahr für Amerika zu beschreiben. Sichtbar strampelnd wiederholte er: „asymmetrische Bedrohungen ... asymmetrische Bedrohungen.“ Diese rechtfertigen die geldwaschenden staatlich geförderten Waffenkonglomerate und das größte Militär- und Kriegsbudget der Geschichte. Nachdem Osama bin Laden in Luft aufgelöst wurde, übernimmt China die Rolle.

Afrika ist Chinas Erfolgsgeschichte. Wo die Amerikaner Drohnen und Destabilisierung bringen, bringen die Chinesen Straßen, Brücken und Dämme. Was sie wollen sind Rohstoffe, besonders fossile Treibstoffe. Mit den größten Erdölreserven Afrikas war Libyen unter Muammar Gaddafi einer der wichtigsten Erdöllieferanten für China. Als der Bürgerkrieg ausbrach und die NATO die „Rebellen“ mit einer erfundenen Geschichte über einen von Gaddafi geplanten „Völkermord“ in Benghazi unterstützte, evakuierte China seine 30.000 Arbeiter in Libyen. Die nachfolgende Resolution des UN-Sicherheitsrates, die die „humanitäre Intervention“ des Westens erlaubte, wurde lapidar erklärt in einem Vorschlag des Nationalen Übergangsrates der „Rebellen“ (NTC) an die französische Regierung, welcher im vergangenen Monat in der Zeitung Liberation enthüllt wurde, in dem Frankreich 35% von Libyens Erdölproduktion „im Austausch“ (so hieß es wörtlich) für „volle und ständige“ französische Unterstützung für den NTC angeboten wurde. Als er im vergangenen Monat die Fahne der Vereinigten Staaten von Amerika im „befreiten“ Tripoli hisste, platzte der Botschafter der Vereinigvten Staaten von Amerika heraus: „Wir wissen, dass Öl das Juwel in der Krone der natürlichen Ressourcen Libyens ist." Der Sohn Afrikas fordert die Kronjuwelen des Kontinents
Und falls sie noch immer keine weisen "Führungspersönlichkeiten" in den USA gefunden haben, können sie ja in Europa suchen. Cameron ist bald frei und Merkel hoffentlich auch. Wenn's richtig klemmt, versucht es mal mit Juncker. Oder warum nicht Peter Altmaier oder Norbert Röttgen?

Mehr steht nicht zur Auswahl bereit. Aber die stehen immer bereit. Ohne etwas dazu zu lernen.

FH

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