Mittwoch, 15. Juni 2016

Krieg der Rabauken oder Fußballkrieg der Medien in Frankreich?

Mowitz
Als mehr oder weniger alkoholisierte Fußball-Rabauken des FC Liverpools am 29. Mai 1985, kurz vor Spielanpfiff des Endspiels des Fußball-Europapokals der Landesmeister zwischen dem FC Liverpool und Juventus Turin im Brüsseler Heysel-Stadion den neutralen Sektor stürmten, brach als Folge der Massenschlägerei Panik aus, eine Wand stürzte ein, 39 Menschen wurden getötet und 454 verletzt. Ein Rabauken-Massaker, ohne die bösen Russen, wie es schlimmer nicht sein konnte.

31 Jahre später, zur Fußball-EM 2016 in Frankreich, haben die Rabauken immer noch nicht aufgehört "fröhliche Urständ" der Gewalt vor und in den Stadien zu feiern. Zur Stärkung des eigenen "Ichs" mit Alkoholdrogen, Kriegsgeschrei und Tritten auf niedergeschlagene Menschen und ihre Köpfe. Aus "Rabauken" sind heute weltweit "Hooligans" geworden. Anglizismen als Imponier-Deutsch gibt es schon länger als das Massaker im Heysel-Stadion alt ist. Könnte aber auch zur Erinnerung an eines der größten Fußballmassaker, mit britischem Hintergrund, dienen.

Auch die "Hooligans" in den Chefetagen der FIFA und UEFA haben die persönliche Bereicherung nicht erst gestern erfunden als die Russen angekommen waren, sondern schon lange bevor die Russen auch "Pöstchen" in der UEFA und FIFA erhielten.

Der Fußball funktioniert heute wie jeder andere Krieg auch. Er wird von "Geldsäcken" zur Steigerung ihrer Gewinne angezettelt, zu Medienereignissen umfunktioniert und aufgeheizt, wobei der "Feind", wie im wirklichen Leben, schon vorher ausgemacht ist. Mit "Hooligans" als Laiendarsteller für die Drecksarbeit, und Fußballsterne nebst Beratern auf der internationalen Transfer-Bühne, wo dickes Geld die Besitzer wechselt. Nebst Vereinen und Sponsoren aus der Fußball-Rüstungsindustrie, wie Adidas, Nike, Puma, Warsteiner, Bitburger, Franziskaner und wie sie alle heißen mögen.

Die UEFA ermittelt gegen den russischen Fußballverband
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Die zwei höchsten Übergangssummen sollen an Gareth Bale mit 101 Millionen Euro und Christiano Ronaldo mit 94 Millionen Euro gezahlt worden sein. Die 18 nachfolgenden Jungmillionäre in der Transfer-Liga liegen zwischen 50 und 88,2 Millionen Euros pro Nase. (S. hier). Da muss das Interesse am Fußball, nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Straßen, am Leben erhalten werden. Tote als Kollateralschäden sind, wie bei Drohnenkriegen, billigend in Kauf zu nehmen. Entscheidend sind Gewinne.

Das ehNaMag hat es ja schon immer gewusst wo der Feind zu finden ist. In Moskau natürlich. Sogar russische Hooligans hätten beste Verbindungen zur (russischen) Politik, hetzt das ehNaMag. Und nicht zu guter Letzt, so die Kriegstreiber aus Hamburg, soll ja der Sprecher des russischen Fanverbandes in den Neunzigerjahren ein führendes Mitglied der Neonaziszene gewesen sein.

Das muss ja glatt zu der Zeit gewesen sein als Boris Jelzin als Russlands Präsident amtierte. Als bei den Präsidentschaftswahlen 1996 Jelzins Wiederwahl gefährdet war und der kommunistische Kandidat in den Meinugsumfragen weit vorne lag, verbündete sich Jelzin mit den reichsten Oligarchen, die dann seine Kampagne mit sehr hohen Beträgen erfolgreich finanzierten.

Als Dank für die Wahlkampfunterstützung konnten sich dann einige Oligarchen die Filetstücke der russischen Wirtschaft in abgesprochenen Auktionen zu Spottpreisen sichern. Eine Privatisierungskampagne die jeder Privatisierungskampagne im Westen an Verkommenheit und Verschleuderung von Volksvermögen alle Ehre gemacht hätte.

In den Jahren 1996 bis zur großen Wirtschaftskrise 1998 erreichte der Einfluß der großen Oligarchen ihren Höhepunkt. Dieser Plünderungspolitik bereitete Putin, zuerst als Ministerpräsident 1999 bis 2000, später als Präsident 2000 bis 2008, dazwischen wieder als Ministerpräsident von 2008 bis 2012 ihr endgültiges Aus. Was auch den Hass westlicher Großbörsianer auf Putin erklärt, da auch ihre Plünderung Russlands mit Putin zu Ende ging. Seit Mai 2012 ist Putin erneut Präsident Russlands. Putin ist in der Propaganda westlicher Politik und monopolkapitalistischen Gehabes kein lupenreiner Demokrat. Aber in der Realität ein russischer Präsident, der für russische Interessen arbeitet. Nicht für die der Oligarchen. Und schon gar nicht für die der westlichen Oligarchie. Donnerlittchen, alles klar?

Russische Medien sehen die Krawalle während der EM in Frankreich etwas anders. Die kommen aber bei uns nicht vor. Also gehe ich dort hin und zitiere zum Vergleich aus dem Bericht des russischen, deutschsprachigen Nachrichtenbüros Sputnik. Um den ganzen Bericht zu lesen, muss man nur auf den zum Artikel weiterführenden Link hier klicken.
"Man muss gestehen, dass die russischen Hooligans sich nicht korrekt benommen haben und die Sanktionen verdient sind. Während aber die Russen in ganzen Bussen mitsamt Frauen und Fahrer abgeschoben werden und Medien sie als „Halsabschneider“ und „Neonazis“ titulieren, dürfen die britischen „Unschuldslämmer“ ungeschoren herumlaufen."
Im Übrigen hoffe ich, dass die Isländer die EM gewinnen. Es tut ihren Gegnern auf dem Fußballplatz immer weh gegen sie zu spielen. Inklusive erlittener Blessuren. Fragt mal die Portugiesen. Aber (fast) jeder der Isländer führt noch einen anständigen Ganztagsberuf, neben der Fußballspielerei aus. Sie haben noch nicht verlernt wie man mit fairem "Kampf" Geldsäcke auf dem Fußballplatz alt aussehen lässt.

Ein Weg, den man auch im Kampf gegen den Kapitalismus gehen sollte, ohne sich von den Milliarden der Anderen beeindrucken und ins Bockshorn jagen zu lassen.

FH

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