Sonntag, 12. Juni 2016

Neueste BfV-Verschwörungstheorie: NSA-Whistleblower Edward Snowden russischer Spion?

Mowitz
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) steht seit einiger Zeit vor dem NSA-(National Security Agency, größter Auslandsgeheimdienst der USA) Untersuchungsausschuss des Bundestages, um zur Aufklärung von Geheimdienst-Spionage beizutragen. Das sollte eigentlich ein einfacher, demokratischer Vorgang von frei gewählten Abgeordneten des deutschen Volkes sein, die ihre Aufgabe ernst nehmen und Schaden vom deutschen Volk abwenden wollen. Zur Untersuchung stehen die Aufdeckungen des NSA-Whistleblowers Edward Snowden an, der die umfassende Ausspionierung der Mächtigen und weniger Mächtigen des Planeten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machte und damit viel Wirbel auslöste.

Kein Land des Westens wagte es, aus Angst vor Strafsanktionen des Hegemons aus Übersee, Edward Snowden persönlichen Schutz gegen den Rachefeldzeug der "Herren" des Planeten zu gewähren. Nur Russland bot den Vereinigten Staaten die Stirn und gewährte Snowden politisches Asyl.

Als Anfang Juli 2013 der bolivianische Präsident Evo Morales sich auf einen Rückflug aus Moskau nach Bolivien befand, wurde seine Regierungsmaschine, mit ihm an Bord, kurzerhand mit der Verschwörung konfrontiert, Edgar Snowden würde sich an Bord der bolivianischen Regierungsmaschine befinden und wurde mit dieser fadenscheinigen Begründung gezwungen, außerplanmäßig in Wien zu landen. Erst nach dreizehn Stunden Zwangsstopp durfte die Maschine mit Präsident Evo Morales weiterfliegen, ohne dass die Verschwörungstheoretiker Snowden gefunden hatten. Wie auch? Er war ja noch immer in Moskau. Und da ist er auch heute noch.

Die Kritik damals, wie man mit Präsident Morales umgegangen ist, war heftig und rief sogar die Vereinten Nationen und ihren us-freundlich gesonnenen Generalsekretär Ban Ki Moon auf den Plan. Es sei wichtig zu verhindern, dass sich solche Vorfälle wiederholten, die erzwungene Zwischenlandung des Flugzeugs in Wien sei "unglücklich" und ein Staatsoberhaupt genieße Immunität, lautete die UN-Kritik.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Jetzt hat sich der oberste Verfassungsschützer, äh Präsident des BfV, Hans-Georg Maaßen, der öffentlich eigentlich weniger durch Spekulationen als Fakten auffallen sollte, dazu hergegeben, vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages eine höchstwahrscheinlich vom Verfassungsschutz erfundene "Verschwörungstheorie für den öffentlichen Gebrauch" preiszugeben und den NSA-Whistleblower Snowden bezichtigt, er könne mit hoher "Plausibilität" russischer Spion sein. Donnerlittchen auch! Warum nicht gleich russischer Kosmonaut mit Recht im Weltall zu spionieren? Muss man dafür Präsident des Verfassungsschutzes sein um Verdächtigungen in die Welt zu setzen damit der gute Ruf eines bedeutenden Aufklärers krimineller Machenschaften des Imperiums ruiniert wird? Oder reichen schon Personen mit lebhafter Phantasie und fehlendem Durchblick aus um den Verfassungsschmutz zu führen? Ich meine, mit intelligentem Humor kann man ja bereits die ganze Welt verarschen:
"Am Morgen des 11. September 2001 drangen 19 mit Teppichmessern bewaffnete Männer unter Anleitung eines auf ein Dialysegerät angewiesenen Anführers, der – nur mit einem Satellitentelefon und einem Laptop ausgerüstet – in einer Höhlenfestung auf der anderen Seite der Erde saß, in den am besten überwachten und verteidigten Luftraum der Welt ein, überwältigten die Passagiere und die kampferprobten Piloten von vier kommerziellen Passagierflugzeugen und flogen mit diesen vier Maschinen, vom Kurs abweichend, über eine Stunde lang wild durch die Gegend, ohne von einem einzigen Abfangjäger belästigt zu werden.

Diese 19 Luftpiraten – fromme religiöse Fundamentalisten, die gern Alkohol tranken, Kokain schnupften und sich mit rosahaarigen Stripteasetänzerinnen vergnügten, schafften es, in New York mit zwei Flugzeugen drei Gebäude zum Einsturz zu bringen, während in Washington ein Pilot, der noch nicht einmal eine einmotorige Cessna (ein kleines Sportflugzeug) fliegen konnte, im Stande war, eine (Boeing) 757 aus 8.000 Fuß Höhe in einer 270-Grad-Spirale ganz knapp über dem Boden genau in das Rechnungsprüfungsamt des Pentagons zu steuern; darin versuchten Angestellte des Verteidigungsministeriums gerade das Mysterium zu klären, wohin die 2,3 Billionen Dollar verschwunden waren, die Verteidigungsminister Rumsfeld am Vortag, dem 10. September 2001, in einer Pressekonferenz als Fehlbestand in der Kasse des Pentagons ausgewiesen hatte.

Glücklicherweise kannten die Nachrichtensprecher schon nach zehn Minuten, die Experten bereits nach einigen Stunden, und die Regierung leider erst nach einem Tag die Namen der Luftpiraten, und die Beweise fielen dem FBI buchstäblich in den Schoß. Trotzdem forderten ein paar verrückte Verschwörungstheoretiker aus unerklärlichen Gründen eine Untersuchung des größten Angriffs, der sich jemals auf dem Boden der USA ereignet hat." 9/11: Eine Verschwörungstheorie >>>

FH

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