Montag, 1. August 2016

Die Angst der CDU-Populisten vor den Eingewanderten

Mowitz
Jens Spahn, (* 1980), seit 2015 Parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium unter Schäuble, CDU-Populist und Wadenbeißer, regt sich seit dem missglückten Putsch gegen Erdogan und die türkische Demokratie, an dem laut türkischen Pressemitteilungen auch US-Strippenzieher beteiligt gewesen sein sollen, darüber auf, dass zigtausende türkischstämmige Deutsche in Köln auf die Straße gingen und ihrer Freude Ausdruck verliehen, dass der Militärputsch nicht erfolgreich war und schnell niedergeschlagen wurde. Auch der Abschuss des russischen Kampfjets durch die Türkei, der zu einer Eiszeit zwischen den beiden Staaten führte, soll mit Hilfe von Nato-Awacs durchgeführt worden sein. Willy Wimmer, Ex-Vizepräsident der OSZE, und Ex-Staatssekretär im Bonner Verteidigungsministerium der Regierung Kohl, äußerte diesen Verdacht.

Spahn, laut Wikipedia Absolvent der Bischöflichen Canisiusschule in Ahaus (NRW), woraus ich schließe, dass er, salopp ausgedrückt, streng katholisch geprägt sein könnte, was wiederum nicht für einen unbefangenen, klaren Blick auf Mitdeutsche spricht, die selbst, oder deren Eltern oder Großeltern aus einem anderen Teil Europas nach Deutschland kamen und nun, wie können sie es nur wagen, im Besitz doppelter Staatsbürgerschaften sind. Donnerlittchen, so mag sich Spahn mit zusammengepressten Lippen kurz vor dem Einschlafen jeden Abend fragen, taugt denn nicht nur eine, die deutsche Staatsangehörigkeit? Denn, so spekuliert er messerscharf, ihm reiche ja auch schon eine, die deutsche, dann sollte das ebenfalls für andere gelten. Keine Extrawurst für Muslime. Für Juden, Katholiken und Protestanten schon. Dabei sollte die doppelte Staatsbürgerschaft inzwischen doch schon lange im erzkonservativen Deutschland angekommen sein um zu bleiben. Das ist kein rechtswidriger Akt von denjenigen Deutschen, die sie für sich in Anspruch nehmen. Die doppelte Staatsbürgerschaft ist geltendes Recht in Deutschland, an dem Spahn rüttelt.

"Die in Deutschland lebenden Türken müssten sich entscheiden, welchem der beiden Staaten ihre Loyalität gelte", meint Spahn, so als wäre Loyalität eine Beilage des Passes und es nur eine Loyalität gleichzeitig geben kann. Leute wie Spahn meinen damit vor allen Dingen "Loyalität zur deutschen herrschenden Klasse". Zur Obrigkeit, zu der er sich wohl auch zählt, darf man vermuten und die die Letzten wären für die ich mich opfern würde.

Das sind selbstgefällige Auffassungen, geprägt von einer Borniertheit, (Beschränktheit, Engstirnigkeit, Kleinkariertheit, Verbohrtheit), die sich in nichts von der Borniertheit unterscheidet, welche die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) oder die AfD vertritt und die dafür von der CDU und anderen Parteien, die sich selbst zur politischen "Mitte" zählen, als Rassisten beschimpft werden. Damit hat das konservative Deutschland nicht erst seit gestern ein Problem und es erklärt auch das Bild vom "hässlichen Deutschen" das in Europa grassiert.
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Begriffe wie Loyalität oder gar Liebe zum Staat und Vaterland, werden vom Obrigkeitsstaat ins Spiel gebracht, wenn's richtig feierlich und nationalistisch zugehen soll. Wenn wieder Krieg, Staatsterrorismus und Auslandseinsätze der Bundeswehr vor der Tür stehen. Dann sollte das Volk auf der Hut vor seinen Herrschern und seiner Obrigkeit sein - und wissen, dass "Kriege viel mehr gemacht werden, als sie entstehen. Wer da mit magischen Geschichten kommt, hat viel zu gewinnen im Kriege - und wenig zu verlieren." (Kurt Tucholsky)
"Es gibt kein staatliches Interesse, kein wirtschaftliches Interesse, kein Volksinteresse, für das solche schweinischen Ungeheuerlichkeiten begangen werden dürfen, wie sie im Kriege auf allen Seiten begangen worden sind. Niemand ist so ein Ungeheuer, dass er allein getan hätte, was jeder Instanzenzug getan hat. Kein Mensch war ein so großer Verbrecher, dass er den Tötungsplan selbst entworfen, ihn selbst in allen Einzelheiten ausgeführt und selbst die Früchte des Sieges davongetragen hätte. Weil jeder immer nur etwas tat, merkte er nicht, was getan wurde." Ignaz Wrobel Das Andere Deutschland, 24.12.1925.
Die globale Gefahrenslage verdichtet sich. Der Vorsitzende der russischen Staatsduma, (russische Volkskammer), Sergej Naryschkin, betonte in einer Rede am Rande der Feierlichkeiten zum Tag der russischen Kriegsmarine am Sonntag in Seweromorsk:
„Russland droht niemandem und ist für eine Zusammenarbeit mit allen Ländern offen – für die Stärkung der europäischen und weltweiten Sicherheit. Aber wenn in die Köpfe, die kranken Köpfe von Politikern irgendeines Landes oder einer Gruppe von Ländern plötzlich eine böse, verrückte und ganz gewisse Idee kommt und Versuche unternommen werden, sie ins Leben zu rufen, so wird die Antwort Russlands gerecht, blitzschnell und durchgreifend sein“ Sputnik
FH

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