Samstag, 27. August 2016

Merkel in Warschau: Die hässliche Deutsche

Mowitz
Merkel, aus dem politischen Nichts der DDR hervorgegange FDJlerin, die es als "Kohls Mädchen" schaffte von 1991 bis 1994 das Amt der Bundesministerin für Frauen und Jugend auszuüben und von 1994 bis 1998 als Umweltministerin, einen blassen Eindruck im Verhältnis zu ihrem Vorgänger auf dem Posten des Umweltministers, Klaus Töpfer, zu hinterlassen. Töpfers umweltpolitische Positionen stießen beim CDU-Wirtschaftsklüngel und beim Koalitionspartner FDP auf zunehmende Ablehnung und so begann Merkels Odyssee, ins leckende Atommülllager Asse II: "Merkel wusste seit 1996 von Atommüll-Risiken der Asse". Greenpeace beschuldigte sie, schon seit Jahren über eine mögliche radioaktive Verseuchung des Trinkwassers durch das Atommüllager Asse II informiert gewesen zu sein. Sie habe gewusst, dass die Lagerung von Atommüll in Salz nicht sicher ist. Asse und Morsleben hätten sofort dicht und der Ausbau des Salzstocks in Gorleben gestoppt werden müssen. Das soll aus einem Greenpeace vorliegenden Schreiben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) an das Bundesumweltministerium aus dem Jahr 1996 hervorgehen.

Das waren einige ihrer wenig überzeugenden Zwischenstationen auf ihrem Weg ins Bundeskanzleramt. Sie war die am meisten vom Establishment überhöhte, in der Sache real überforderte Bundeskanzler(in) in der Geschichte der alten und neuen Bundesrepublik. Sie verstand sich allerdings blendend darauf parteiinterne Konkurrenten (Friedrich Merz, Norbert Röttgen, Christian Wullf, Roland Koch) politisch zu entschärfen. Das sagt aber nichts über Merkels Durchsetzungsvermögen, sondern etwas über die schnellen Umfaller-Qualitäten ihrer Mitstreiter aus. Schwache Mitläufer prägen auch das Bild einer Koalition, in der sogar die Einäugige eine Königin unter Blinden sein darf und die vom Establishment eine "große" genannt wird.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Merkel war gestern in Warschau und traf ihre osteuropäischen Partner aus Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Merkel wurde vorgeführt, sie führte nicht vor. Und auch ein Jahr nach Merkels sinnentleerten Parolen: "Wir schaffen das" und wenn nicht, "dann ist das nicht mein Land", sind ihren Visegrad-Kollegen beim Stacheldrahtausbau ihrer Grenzen Merkels Parolen noch immer schnurzpiepegal. Und Merkel? Schon vor einem Jahr wurde sie mit dem Satz zitiert: "Ist mir egal, ob ich schuld am Zustrom der Flüchtlinge bin, nun sind sie halt da", ohne dass er größeres Aufsehen erregte, der aber auf dem gleichen sinnfreien Niveau liegt wie ihre oben genannten Parolen. Nun, Kommunikation war noch nie ihr Ding. Eigentlich sehr ungewöhnlich für Spitzenpolitiker, die doch mittels Rhetorik ein Publikum für sich gewinnen wollen. Merkels dröge, hausbackene Art sich auszudrücken und aufzutreten hat ihr jahrelang keine Abstriche beim Wahlvolk eingebracht und sie erfolgreicher aussehen ließ, was die Dauer ihrer Kanzlerschaft angeht, als ihre sozialdemokratischen Vorgänger Schröder (7 Jahre), Schmidt (8 Jahre), Brandt (5 Jahre), obwohl ein jeder von ihnen ohne jeden Zweifel weitaus bessere Kommunikatoren waren als Merkel es je sein wird. Trozdem sitzt Merkel bereits jetzt schon seit 11 Jahren im Bundeskanzleramt. Länger als jeder sozialdemokratische Bundeskanzler seit 1949.

Nun machen ihr die Osteuropäer zu schaffen, und der polnische Außenminister Witold Waszczykowski kritisierte die deutsche Außenpolitik vor dem Treffen mit den Worten: "Oft sehen wir die Absicht, ausschließlich das eigene Ziel zu verfolgen". Die Bundesregierung würde oftmals zu egoistisch agieren. Er mahnte eine gewisse Kompromissbereitschaft an.

Merkel, welche die USA gerne zur "Königin" Europas machen würden, und die sie Ende vorigen Jahres vom Time-Magazin zur Person des Jahres küren ließen, für was auch immer. Ich glaube mich daran zu erinnern, man nannte ihren "Wertekanon" in der Flüchtlingspolitik als Begründung. Davon ist nicht mehr viel übrig geblieben. Zumindest rhetorisch ist kaum noch ein Unterschied zwischen ihr und zur rechtsradikalen AfD in der Flüchtlingsfrage zu erkennen. So schnelllebig ist heute der Zeitgeist des Vergessens im Dienst der Macht: "Was ihr den Geist der Zeiten heißt, das ist im Grund der Herren eigner Geist, in dem die Zeiten sich bespiegeln". (Goethe).

Die EU ist im Auflösungszustand. Die Wiedererstarkung des "Rechten Sektors" in Europa bekam mit dem Maidan-Putsch in der Ukraine, der mit Hilfe der USA/EU durchgeführt wurde, einen gewaltigen Auftrieb und der Neue Kalte Krieg wurde auch für die letzten Schlafmützen wieder zu einem sichtbaren Phänomen.

Helmut Schmidt warnte noch 2011 davor, dass Deutschland wegen Merkels Managements in der Euro Schuldenkrise zunehmend allein in Europa dastehe. „Merkel hat Deutschland mit ihrer Politik in Europa isoliert“ und verglich das Auftreten der Bundesregierung mit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. „Es ist noch nie gut ausgegangen, Deutschland in Europa zu isolieren“, sagte Schmidt.

FH

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Hitler und Goethe

Ein Schulaufsatz

Einleitung

Wenn wir das deutsche Volk und seine Geschichte überblicken, so bieten sich uns vorzugsweise zwei Helden dar, die seine Geschicke gelenkt haben, weil einer von ihnen hundert Jahre tot ist. Der andre lebt. Wie es wäre, wenn es umgekehrt wäre, soll hier nicht untersucht werden, weil wir das nicht auf haben. Daher scheint es uns wichtig und beachtenswert, wenn wir zwischen dem mausetoten Goethe und dem mauselebendigen Hitler einen Vergleich langziehn.



Erklärung

Um Goethe zu erklären, braucht man nur darauf hinzuweisen, dass derselbe kein Patriot gewesen ist. Er hat für die Nöte Napoleons niemals einen Sinn gehabt und hat gesagt, ihr werdet ihn doch nicht besiegen, dieser Mann ist euch zu groß. Das ist aber nicht wahr. Napoleon war auch nicht der größte Deutsche, der größte Deutsche ist Hitler. Um das zu erklären, braucht man nur darauf hinzuweisen, dass Hitler beinah die Schlacht von Tannenberg gewonnen hat, er war bloß nicht dabei. Hitler ist schon seit langen Monaten deutscher Spießbürger und will das Privateigentum abschaffen, weil es jüdisch ist. Das was nicht jüdisch ist, ist schaffendes Eigentum und wird nicht abgeschaffen. Die Partei Goethes war viel kleiner wie die Partei Hitlers. Goethe ist nicht knorke.



Begründung

Goethes Werke heißen der Faust, Egmont erster und zweiter Teil, Werthers Wahlverwandtschaften und die Piccolomini, Goethe ist ein Marxstein des deutschen Volkes, auf den wir stolz sein können und um welchen uns die andern beneiden. Noch mehr beneiden sie uns aber um Adolf Hitler. Hitler zerfällt in 3 Teile: in einen legalen, in einen wirklichen und in Goebbels, welcher bei ihm die Stelle u. a. des Mundes vertritt, Goethe hat niemals sein Leben aufs Spiel gesetzt; Hitler aber hat dasselbe auf dasselbe gesetzt. Goethe war ein großer Deutscher. Zeppelin war der größte Deutsche. Hitler ist überhaupt der allergrößte Deutsche.



Gegensatz

Hitler und Goethe stehen in einem gewissen Gegensatz. Während Goethe sich mehr einer schriftstellerischen Tätigkeit hingab, aber in den Freiheitskriegen im Gegensatz zu Theodor Körner versagte, hat Hitler uns gelehrt, was es heißt, Schriftsteller und zugleich Führer einer Millionenpartei zu sein, welche eine Millionenpartei ist. Goethe war Geheim, Hitler Regierungsrat. Goethes Wirken ergoß sich nicht nur auf das Dasein der Menschen, sondern erstreckte sich auch ins kosmetische. Hitler dagegen ist Gegner der materialistischen Weltordnung und wird diese bei seiner Machtübergreifung abschaffen sowie auch den verlorenen Krieg, die Arbeitslosigkeit und das schlechte Wetter. Goethe hatte mehrere Liebesverhältnisse mit Frau von Stein, Frau von Sesenheim und Charlotte Puff. Hitler dagegen trinkt nur Selterwasser und raucht außer den Zigarren, die er seinen Unterführern verpaßt, gar nicht.



Gleichnis

Zwischen Hitler und von Goethe bestehen aber auch ausgleichende Berührungspunkte. Beide haben in Weimar gewohnt, beide sind Schriftsteller und beide sind sehr um das deutsche Volk besorgt, um welches uns die andern Völker so beneiden. Auch hatten beide einen gewissen Erfolg, wenn auch der Erfolg Hitlers viel größer ist. Wenn wir zur Macht gelangen, schaffen wir Goethe ab.



Beispiel

Wie sehr Hitler Goethe überragt, soll in folgendem an einem Beispiel begründet werden. Als Hitler in unsrer Stadt war, habe ich ihn mit mehrern andern Hitlerjungens begrüßt. Der Osaf hat gesagt, ihr seid die deutsche Jugend, und er wird seine Hand auf euern Scheitel legen. Daher habe ich mir für diesen Tag einen Scheitel gemacht. Als wir in die große Halle kamen, waren alle Plätze, die besetzt waren, total ausverkauft und die Musik hat gespielt, und wir haben mit Blumen dagestanden, weil wir die deutsche Jugend sind. Und da ist plötzlich der Führer gekommen. Er hat einen Bart wie Chaplin, aber lange nicht so komisch. Uns war sehr feierlich zu Mute, und ich bin vorgetreten und habe gesagt Heil. Da haben die andern auch gesagt heil und Hitler hat uns die Hand auf jeden Scheitel gelegt und hinten hat einer gerufen stillstehn! weil es fotografiert wurde. Da haben wir ganz stillgestanden und der Führer Hitler hat während der Fotografie gelächelt. Dieses war ein unvergeßlicher Augenblick fürs ganze Leben und daher ist Hitler viel großer als von Goethe.



Beleg

Goethe war kein gesunder Mittelstand. Hitler fordert für alle SA und SS die Freiheit der Straße sowie dass alles ganz anders wird. Das bestimmen wir! Goethe als solcher ist hinreichend durch seine Werke belegt, Hitler als solcher aber schafft uns Brot und Freiheit, während Goethe höchstens lyrische Gedichte gemacht hat, die wir als Hitlerjugend ablehnen, während Hitler eine Millionenpartei ist. Als Beleg dient ferner, dass Goethe kein nordischer Mensch war, sondern egal nach Italien fuhr und seine Devisen ins Ausland verschob. Hitler aber bezieht überhaupt kein Einkommen, sondern die Industrie setzt dauernd zu.



Schluß

Wir haben also gesehn, dass zwischen Hitler und Goethe ein Vergleich sehr zu Ungunsten des letzteren ausfällt, welcher keine Millionenpartei ist. Daher machen wir Goethe nicht mit. Seine letzten Worte waren mehr Licht, aber das bestimmen wir! Ob einer größer war von Schiller oder Goethe, wird nur Hitler entscheiden und das deutsche Volk kann froh sein, dass es nicht zwei solcher Kerle hat!

Deutschlanderwachejudaverrecke

hitlerwirdreichspräsident

dasbestimmenwir!

Sehr gut!



Kurt Tucholsky

unter dem Pseudonym
Kaspar Hauser

Die Weltbühne, 17.05.1932, Nr. 20, S. 751.


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