Donnerstag, 15. September 2016

Beckenbauer durfte gar nicht "ehrenamtlich" und für lau als Chef des OKs bei der Fußball-WM 2006 tätig sein

Mowitz
Leistung muss sich lohnen. So lautet das erste Gebot im hl. Universalkapitalismus und seinen untergeordneten Gliederungen wie zum Beispiel im professionellen, internationalen Legionärsfußballgeschäft.

Nichts geshieht im Legionärsfußball ohne Geld. Wer die höchsten Summen zahlt wird Meister. National und international. Meisterschaften werden von bunt zusammengewürfelten Junglegionären entschieden, die von kapitalstarken Mäzenen für Milliarden auf einem "Markt" eingekauft werden, der den Neoliberalismus so lebenswert erscheinen lässt und wo jeder noch seines eigenen Glückes Schmied sein darf.

Und gerade der kaiserlichen Lichtgestalt des deutschen Fußballs neidet man lumpige 5,5 Millionen Euro für ein Sommermärchen, welches er nach Deutschland holte und bei dem auch Bestechungsgelder für den Stimmenkauf im Exekutivkomitee der Fifa geflossen sein sollen. Alles streng nach kapitalistischen Regeln und extrem systemkonform durchgeführt. Der Mehrwert des Sommermärchen brachte den Werbeträgern des Märchens mit Sicherheit ein Hundert- wenn nicht Tausendfaches der 5,5 Millionen die Beckenbauer erhalten haben soll, für die man aber in höchster Not noch eine Erklärung aus dem Hut nachreichte:

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
"Beckenbauer sei für bestimmte Werbeleistungen für den DFB-Sponsor Oddset an den Erlösen eines Werbevertrages beteiligt worden. Das Geld sei im Zeitraum Februar 2005 bis Oktober 2006 in fünf Raten an Beckenbauer ausgezahlt worden. Dieser hatte im Jahr 2000 bei seiner Vorstellung als OK-Chef noch versprochen: "Ich mache das natürlich ehrenamtlich." tagesschau"
Gewinnmaximierung pur. Da sind doch 5,5 Millionen Eumel wirklich nur Peanuts im Volksfußballgeschäft in dem Transfersummen von bis zu 105 Millionen Euro per Nase gezahlt werden. Tendenz steigend.

Da gehört es sich doch einfach nicht für Beckenbauer den Markt für "lau" kaputt zu machen und "ehrenamtlich" zu arbeiten um seinen Glanz zu erhalten.

Der Promikult hat die Wirklichkeit aus der öffentlichen Debatte verdrängt. Und die Bewunderung für Prominente ersetzt eigenes Denken. Wir bemühen uns, Prominenten zu ähneln und ihnen nachzueifern. Heute wollen alle wie Franz Beckenbauer sein. Nichts anderes zählt.

Die Arbeiterklasse kommt nicht länger in Fernsehprogrammen vor. Sie leuchtet nicht feudal genug. Auf dem Bildschirm zählt Glitzer, Spiel und Glamour, bei gleichzeitiger Abwesenheit von Es­p­rit und Intelligenz. Alexander Bommes, Horst Lichter, Kai Pflaume & Konsorten sollten eigentlich schon jeder für sich völlig ausreichend sein um den Fernseher für immer abzuschalten. Verarschen kann man sich selbst.

Dennoch fällt die Botschaft, "man muss sich nur genug anstrengen und an sich selbst glauben", auf fruchtbaren Boden. Der ständige Schrott, der in endlosen Schleifen in Wiederholungskanälen konsumiert wird, macht die Blöden blöder und die Schlauen auch nicht schlauer.

So können die Jungmillionäre des Fußballs und des übrigen Schaubudengeschäfts in einer Welt, wo der Schwachsinn regiert, Könige und Kaiser sein.

Oder wie man schon in meiner Kindheit zu sagen pflegte: Scheiße, sprach der König - und das Volk jubelte ihm zu. Mehr muss er nicht sagen um das Volk in Begeisterung zu versetzen. Das AfD-Gesicht Höcke hat diese Banalität verinnerlicht und führt zur Zeit mit Abstand die Dummschwätzerliga politisch-religiöser Hassprediger in Deutschland an.

FH

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