Samstag, 21. Januar 2017

Faschistoid

Mowitz
Nicht Trump hat unsere sogenannte Demokratie getötet, sondern das System selbst ist der Mörder. So wie die im Herbst 1929 begonnene Weltwirtschaftskrise, in der Armut und Verzweiflung schnell um sich griffen und der Niedergang der Weimarer Republik den Postkartenmaler Adolf Hitler 1933 an die Macht spülte. Die beispiellose Agitation die Hitler und sein Anhang gegen den Staat führten, waren so antiintellektuell und banal wie die von Trump. Trumps Mittel gegen die große Kapitalismus-Krise, in der wir uns immer noch befinden, ist ein flott-demagogisches "Amerika first"! Auch die Nazis propagierten Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Antikommunismus, Militarismus und kriegerisches Heldentum. Wer Trumps Rede gestern genau zuhörte, fühlte sich in die Anfänge des Dritten Reichs versetzt.

Die Köpfe der Nordamerikaner bekommen ihren politischen "Durchblick" über eine gleichgeschaltete Konzernpresse vermittelt, so wie die Deutschen auch und werden somit immer unfähiger eigene Ideen und Gedanken zu entwickeln. So wird man zur leichten Beute für Dummschwätzer wie Trump, der glaubt, sich seinen wirtschaftlichen Erfolg allein mit seinen Geistesblitzen "erarbeitet" zu haben.

Trump will mehr US-Autos auf deutschen Straßen
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Der Konzernkapitalismus – im Kalten Krieg das große Bollwerk gegen den Kommunismus und mit vielen Namen, wie z. B. "soziale Marktwirtschaft" unterwegs, wurde in der Regel von Eingriffen der Regierung und gesetzlichen Einschränkungen verschont. Er wurde bis auf den heutigen Tag als das beste aller Wirtschaftssysteme verkauft und mehr und mehr von seiner sozialen Verantwortung entbunden. Bekanntestes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit in Deutschland ist die "Agenda 2010". Deren zweifelhafter Erfolg besteht aus einem riesigen Niedriglohnsektor der Millionen ehemals normal bezahlte Arbeitsplätze allein in Deutschland ersetzte. Alles was vermeintlich Wachstum behinderte, die Entflechtung von Konzernen, die Mitwirkung von Gewerkschaften und jede Art von Regulierung – wurden als Schritte zum Sozialismus und zur Kapitulation verteufelt. Jeder Konzern entwickelte sich "frei" - auf den Knochen der Arbeiterschaft - zu einem despotisch geführten Unternehmen. Ein Nährboden für Despoten, die wie heißes Wasser aus dem Großen Geysir auf Island, aus dem Boden schossen und heute als Wirtschaftsführer im Kapitalismus versagen, oder mit gezinkter Technik die Abgasausstöße der Autos auf den Prüfständen schönlügen.

FH

Kommentare:

  1. Interessant finde ich, dass du dich an Hitler erinnert fühlst und ich mich an die KOMINTERN.
    http://elynitthria.net/the-return-of-the-deplorables/

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  2. Sehr geehrter Herr Mowitz, gerade die Kapitalismus PUR, die Fraktion der Weltherrscher, haben die USA und die ganze Erde, so in die Scheiße geritten. So das nun die andere Fraktion versucht, die Karre wieder aus dem Dreck zu ziehen und das werden sie nicht können, mit den Mitteln, die uns alle, in die Scheiße geritten hat,. Sie müssen es also, mit anderen Mitteln versuchen, die Zusammenarbeit, mit dem neuen Kraftzentrum Eurasien, mit der Anerkennung der schlichten Realität, dass wir nun eine Multi-polare Weltordnung bekommen und sie ihren Platz darin noch finden müssen. Vielleicht gilt ja nach den Religiösen Glaubensätzen, mal wieder die Realität, zB. die von Henry Ford benannte: DAS AUTOS KEINE AUTOS KAUFEN.
    Natürlich wollen sie nicht, SIE MÜSSEN. Denn wenn es mit den alten Glaubenssätzen, noch weiter ginge, dann hätte Killery die Wahl gewonnen.

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    1. Ich bin geneigt Herrn Klinkenberg zuzustimmen und meine, dass eine Analyse der Entwicklung von einem anderen Blickpunkt geschehen sollte, als es bisher üblich war. Der Krieg, den Soros ja bestätigt hatte, aber seiner Meinung zwischen arm und reich stattfindet, hat die Richtung gewechselt, weil sich die Eliten in den USA aufgespalten haben. Die einen, das Establishment und die Finanzeliten, möchten gerne weiter mit der Ausbeutung des Volkes fortfahren und dies weltweit zum Siege führen. Die Elite der "Praxis" sieht darin den Untergang der gesamten Gesellschaft und hat einen wesentlich klareren Blick auf die Welt. Das ist die Bewegung Trump.
      Er ist zwar ebenso ein Kapitalist und folgt dem Gewinnmaximierungsprinzip, jedoch will er das mit Hilfe der US-Gesamtbevölkerung erreichen, als elitärem Staat. Deshalb auch die Distanz zu den Eliten in Europa, die der Gruppe der Alteliten anhängen. Letztlich wird auch die neue Lesart nach Trump nur eine Verschnaufpause erreichen, denn sie bleiben zu sehr abgehoben.

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  3. Um der "Bewegung Trump" einen "wesentlich klareren Blick" zu bescheinigen, muss der eigene Blick bereits wesentlich getrübt sein.

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