Montag, 30. Januar 2017

Der ausscheidende CIA-Direktor hat noch einmal vor der nicht existierenden russischen Bedrohung gewarnt

Von
Stephen Lendman
Globalal Research, 18.01.17
Die USA brauchen Feinde, um ihre imperialistischen Pläne realisieren zu können. Weil sich eigentlich niemand mit ihnen anlegen möchte, erfinden sie Feinde, um Vorwände für laufende und neue Kriege, bunte Revolutionen, inszenierte Staatsstreiche und politische Morde zu haben.

Seit ihrer Gründung im 18. Jahrhundert setzen die USA auf Gewalt – zu Hause und im Ausland; heute ist das noch viel gefährlicher als früher, weil sie mit ihren Superwaffen die ganze Menschheit auslöschen könnten.

Weil die Neokonservativen Washington fest im Griff haben und niemand weiß, was Trump eigentlich vorhat, könnte seine Amtszeit die turbulenteste der US-Geschichte seit dem Bürgerkrieg werden.

Dunkle Mächte, die viel mehr Einfluss als Trumps Präsidentenbüro haben, werden ihn zu kontrollieren versuchen. Wenn Trump von der seit langer Zeit betriebenen US-Geopolitik abweichen möchte, könnte seine Präsidentschaft schon bald beendet sein.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Sollte er Kooperation statt Konfrontation mit Russland suchen, dürfte sein Schicksal schnell besiegelt sein.

Am Sonntag, dem 15. Januar, hat Gastgeber Chris Wallace von Fox News den abtretenden CIA-Direktor John Brennan in einem Interview gefragt, ob man aus herabsetzenden Äußerungen zweier ehemaliger CIA-Chefs über Trump schließen könne, dass (die CIA in) Langley den gewählten Präsidenten "abschießen" wolle.

Der ehemalige geschäftsführende CIA-Direktor Mike Morell hatte geäußert, als erfahrener Geheimdienstler glaube er, dass "Putin den unerfahrenen Herrn Trump als Agenten der Russischen Föderation rekrutiert" habe.

Der frühere CIA-Chef Michael Hayden hat Trump "einen nützlichen Idioten" genannt, der sich von Moskau, das ihn für dumm halte, sein Entgegenkommen aber schätze, manipulieren lasse.

Brennan ging nicht auf diese Äußerungen ein, sondern erklärte selbst, ob die US-Geheimdienste Trump unterstützen würden, hänge vor allem von dessen Haltung zu Russland ab.

Unter Hinweis auf die nicht existierende russische Bedrohung, behauptete Brennan, Trump unterschätze die Fähigkeiten und Absichten Russlands und die russischen Aktivitäten in vielen Teilen der Welt.

Tatsache ist: Putin will Frieden, Stabilität und kooperative Beziehungen zu allen anderen Staaten und lehnt das größenwahnsinnige Streben der USA nach Weltherrschaft ab.

Brennan hat gefordert, Russland solle sein Verhalten ändern und seine Aktivitäten im Ausland einstellen.

Das heißt im Klartext: Russland soll sich den Spielregeln und Wünschen Washingtons unterwerfen.

Brennan lehnt jede Kooperation zwischen Trump und Putin ab und ist auch gegen die Aufhebung der illegalen Sanktionen.

Der scheidende CIA-Chef hat Lügen über die Vorgänge in der Ukraine und in Syrien verbreitet und an der CIA-Story von den russischen Cyber-Angriffen festgehalten. Trump müsse die Sanktionen gegen Russland fortsetzen, obwohl sie wegen "Untaten" verhängt wurden, die Russland überhaupt nicht begangen hat.

Die Konflikte in der Ukraine, in Syrien und anderswo haben sich nicht aus russischen Angriffen entwickelt. Dass die USA mit ihren weltweit geführten Angriffskriegen Millionen Tote zu verantworten haben, wurde von Brennan einfach ignoriert.

Er zählte eine ganze Liste nichtexistierender Bedrohungen auf, die Washington als Vorwände genutzt hat und nutzt, um andere Länder zu überfallen und zu zerstören.

Die nationale Sicherheit der USA wurde seit dem Zweiten Weltkrieg von niemand mehr bedroht; wenn Brennan etwas anderes behauptet, dann lügt er. Auf die Frage nach seinen größten Erfolgen und schlimmsten Misserfolgen, gab er zur Antwort, er sei stolz darauf seinen Teil zu den "Bemühungen der US-Regierung um die Erhaltung des Friedens und der Stabilität und ihren sonstigen Verdiensten beigetragen zu haben".

Dabei straft ihn Obamas erbärmliche "Erfolgsbilanz" Lügen, denn der scheidende Präsident trägt die Verantwortung für das skrupelloseste Regime der US-Geschichte, das zu Hause und im Ausland die meisten Gesetze gebrochen und die schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hat.

Zu seinen Misserfolgen zählte Brennan vor allem Syrien. Schamlos gab er vor, "sein Herz blute" wegen der dort begangenen Verbrechen; damit meinte er natürlich nicht, die US-Interventionen gegen diesen souveränen unabhängigen Staat, der niemand bedroht hat, bei dessen Zerstörung aber vor allem die CIA eine Hauptrolle gespielt hat.

Wie die führenden Nazis in Nürnberg müsste auch Brennen wegen schwerer Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit angeklagt werden.

Stephen Lendman lebt in Chicago. Er ist zu erreichen über lendmanstephen@sbcglobal-net. Sein neues Buch, an dem er als Herausgeber und Autor mitgewirkt hat, heißt "Flashpoint in Ukraine: How the US Drive for Hegemony Risks WW III" (Brennpunkt Ukraine: Mit ihrem Streben nach Weltherrschaft riskieren die USA den Dritten Weltkrieg) und ist zu beziehen über Amazon. Seine Website ist aufzurufen unter https://sjlendman.blogspot.de/

Übersetzung: luftpost-kl.de

Samstag, 28. Januar 2017

Westliche W(ä)rtegemeinschaft: Ohne Folter funktioniert sie nicht!

Der neue, oberste Führer der christlich-jüdischen W(ä)rtegemeinschaft, "America first" Trump, gibt, wie seine Vorgänger auch, die W(ä)rte-Richtung vor: "Folter funktioniert. Absolut!" Rechtsgläubige folgen ihm nicht nur in Europa und den USA ohne seine Persönlichkeit kritisch zu hinterfragen, und glauben tatsächlich er sei nicht Teil des US-Establishments, sondern bekämpfe es gar im Interesse der US-Arbeiterschaft. Hier wird möglicherweise Narzissmus, eine fast schon krankhafte Liebe zur eigenen Person, mit politischen Zielen und exorbitanten [außerordentlichen] Führungsqualitäten verwechselt. Man wird nicht Milliardär, wenn man für die Belange der Arbeiterschaft kämpft, sondern man muss sie schon kräftig ausbeuten, um es bis zum Milliardär zu bringen. Als Politiker muss man außerdem noch seine unhaltbaren Wortblasen als Verheißungen verkaufen, die wie vieles im Kapitalismus, nicht eingelöst werden müssen. Eine Binsenweisheit, so banal wie Trump selbst.

FH
"Um mich herum verspüre ich ein leises Wandern. Sie rüsten zur Reise ins Dritte Reich". [Kurt Tucholsky]

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Mehr zum Thema:
Gegenmeinung: Der israelische Geheimdienst Schabak foltert und misshandelt ungestraft die palästinensischen Häftlinge.......

Gegenmeinung: Amerikas geheime Gefängnisse.........

Donnerstag, 26. Januar 2017

Bollwerker Martin Schulz lässt grüßen

Mowitz
Der neue K-Kandidat der S?PD, Martin Schulz, macht's nicht für weniger. Auf der gestrigen Sondersitzung der S?PD-Bundestagsfraktion, ließ Schulz es richtig krachen, als er die Rolle der "Agenda 2010-Partei Deutschlands" definierte: "Das Bollwerk der Demokratie hat drei Buchstaben: SPD".

Nach Kakophoniker Trump für die VSA, jetzt ein deutsches Pendant auf dem Weg ins Bk-Amt um "die letzte Großmacht Europas" für die Führung Europas zu reaktivieren und in Stellung zu bringen? Dann gnade uns Gott.

FH

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Samstag, 21. Januar 2017

Faschistoid

Mowitz
Nicht Trump hat unsere sogenannte Demokratie getötet, sondern das System selbst ist der Mörder. So wie die im Herbst 1929 begonnene Weltwirtschaftskrise, in der Armut und Verzweiflung schnell um sich griffen und der Niedergang der Weimarer Republik den Postkartenmaler Adolf Hitler 1933 an die Macht spülte. Die beispiellose Agitation die Hitler und sein Anhang gegen den Staat führten, waren so antiintellektuell und banal wie die von Trump. Trumps Mittel gegen die große Kapitalismus-Krise, in der wir uns immer noch befinden, ist ein flott-demagogisches "Amerika first"! Auch die Nazis propagierten Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Antikommunismus, Militarismus und kriegerisches Heldentum. Wer Trumps Rede gestern genau zuhörte, fühlte sich in die Anfänge des Dritten Reichs versetzt.

Die Köpfe der Nordamerikaner bekommen ihren politischen "Durchblick" über eine gleichgeschaltete Konzernpresse vermittelt, so wie die Deutschen auch und werden somit immer unfähiger eigene Ideen und Gedanken zu entwickeln. So wird man zur leichten Beute für Dummschwätzer wie Trump, der glaubt, sich seinen wirtschaftlichen Erfolg allein mit seinen Geistesblitzen "erarbeitet" zu haben.

Trump will mehr US-Autos auf deutschen Straßen
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Der Konzernkapitalismus – im Kalten Krieg das große Bollwerk gegen den Kommunismus und mit vielen Namen, wie z. B. "soziale Marktwirtschaft" unterwegs, wurde in der Regel von Eingriffen der Regierung und gesetzlichen Einschränkungen verschont. Er wurde bis auf den heutigen Tag als das beste aller Wirtschaftssysteme verkauft und mehr und mehr von seiner sozialen Verantwortung entbunden. Bekanntestes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit in Deutschland ist die "Agenda 2010". Deren zweifelhafter Erfolg besteht aus einem riesigen Niedriglohnsektor der Millionen ehemals normal bezahlte Arbeitsplätze allein in Deutschland ersetzte. Alles was vermeintlich Wachstum behinderte, die Entflechtung von Konzernen, die Mitwirkung von Gewerkschaften und jede Art von Regulierung – wurden als Schritte zum Sozialismus und zur Kapitulation verteufelt. Jeder Konzern entwickelte sich "frei" - auf den Knochen der Arbeiterschaft - zu einem despotisch geführten Unternehmen. Ein Nährboden für Despoten, die wie heißes Wasser aus dem Großen Geysir auf Island, aus dem Boden schossen und heute als Wirtschaftsführer im Kapitalismus versagen, oder mit gezinkter Technik die Abgasausstöße der Autos auf den Prüfständen schönlügen.

FH

Donnerstag, 19. Januar 2017

Der Griff nach der Bombe - Nuklearbewaffnung Deutschlands um den europäischen Zusammenhalt zu befödern?

Mowitz
Wenn CDU-Riesenpolitiker Elmar Brok (70), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament, gegen eine neue "russisch-amerikanische" Weltordnung zu Felde zieht und die neue Kampfparole bemüht, die EU müsse nun unbedingt "zusammenstehen", geht dieser Aktionismus zurück auf die von der westlichen W(ä)rtegemeinschaft geführten Dämonisierungskampagnen gegen Präsident Putin, deren ersten Opfer das Urteilsvermögen der Dämonisierung betreibenden Compañeros ist. Die Arroganz der westlichen W(ä)rtegemeinschaft zu glauben sie hätte das Vorrecht über die gesamte Menschheit des Globus zu herrschen, und das weniger mit W(ä)rten und friedlicher Zusammenarbeit, als mit den "Errungenschaften" von Bomben und Raketen, die bei der Verbreitung des globalen Kasino-Kapitalismus von unschätzbaren Wert sind.

Dämonisierungskampagnen werden nicht erst seit gestern betrieben sondern nehmen in der Menschheitsgeschichte einen herausragenden Platz ein, damit sich Untertanen für ihre herrschende Klasse abschlachten lassen.

Deutschland schien nach dem Zweiten Weltkrieg aus seiner Vergangenheit gelernt zu haben und die Nachkriegszeit war reich an zu Pazifisten und Friedfertigen geläuterten Kriegern. "Nie wieder Krieg" war die Parole der Menschen die Krieg am eigenen Leib erlebt hatten und nicht durch Heldenerzählungen. Sogar der führende kalte Krieger und spätere Verteidigungsminister Franz Josef Strauß fiel 1949 durch seinen Spruch fürs Volk noch angenehm auf: „Wer noch einmal das Gewehr in die Hand nehmen will, dem soll die Hand abfallen.“ Da waren die Erinnerungen an einen verlorenen Krieg mit all seinen Verbrechen noch frisch und nicht in Vergessenheit geraten und Strauß konnte sich als neuer Kriegsminister in die Reihe derer einreihen, die vergeblich eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr forderten, ohne das ihm eine oder mehrere Hände abfielen. Ebenso Bundeskanzler Adenauer. Der führte bereits 1957, 12 Jahre nach Kriegsende, unverfroren vertrauliche deutsch/französische Gespräche in seinem Privathaus, die dem deutschen Griff nach der Bombe zum Sieg verhelfen sollten. (S. hier) So schnell ändern sich Gesinnungen und Lehren aus der Geschichte.

Auch wenn aus Adenauers Griff nach der Bombe bis heute zum Glück für Deutschland und der Welt nichts wurde, so ist die Großmannssehnsucht nach der Bombe bis heute nicht aus den Köpfen von Spitzenpolitikern verschwunden. German Foreign Policy schrieb gestern einen bemerkenswerten Artikel, der in aller Deutlichkeit zeigt, dass für führende deutsche Politiker ein Kernwaffenkrieg mit deutscher Beteiligung, kein Ding der Unmöglichkeit mehr ist. Das sollte die deutsche Bevölkerung nicht so einfach hinnehmen, sondern in friedlichen Protesten auf den Wahnsinn und unheilvollen Konsequenzen einer deutschen Atombewaffnung hinweisen um sie zu verhindern. Und das bevor sie schon beschlossen ist.

FH

03.11.2009 Zu Guttenberg will das das Wort "Krieg" nicht mehr tabuisieren
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

"Die Stunde der Europäer
Berliner Spitzenpolitiker rufen zum Schulterschluss der EU hinter der europäischen "Zentralmacht" Deutschland auf. Anlass sind die jüngsten Interview-Äußerungen des designierten US-Präsidenten Donald Trump, der "Deals" mit Russland in Aussicht gestellt, den weiteren Zerfall der EU vorausgesagt und auf die dominante Rolle Deutschlands in der Union hingewiesen hat. Es drohe eine neue russisch-amerikanische Weltordnung, behauptet Elmar Brok (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament; dagegen müsse die EU nun unbedingt "zusammenstehen". Ähnlich äußert sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Gleichzeitig ruft der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, zur Abrüstung Russlands und der USA sowie zur verstärkten Militarisierung der EU auf. Von einer Debatte über die "nukleare Bewaffnung Deutschlands" rät Ischinger ab - allerdings nur "im Moment".....

Nie wieder "Kein Krieg!"
Während Ischinger von den USA und Russland Abrüstung fordert, spricht er sich für eine weitere Militarisierung der deutschen und der EU-Politik aus. "Putin" - gemeint sind die Konflikte um die Ukraine und um Syrien - habe deutlich "gezeigt, wie grundfalsch es ist, zu sagen: Es kann keine militärischen Lösungen geben", erläutert Ischinger: Weil die EU nicht offen militärisch interveniert habe, seien "wir Europäer ... einmal mehr an den Spielfeldrand verbannt worden - eine Zuschauerposition, die der Rolle der EU als größte Handels- und Wirtschaftsmacht der Welt mit 500 Millionen Menschen nicht gerecht wird".[9] Er "wünsche" sich, "dass kein verantwortlicher deutscher Politiker" den Satz "Es kann keine militärischen Lösungen geben" wiederhole. In der Tat bereitet die EU auf deutschen Druck eine erhebliche Ausweitung ihrer außenpolitischen und militärischen Aktivitäten vor (german-foreign-policy.com berichtete [10]). Auch in den transatlantischen Beziehungen gebe es "keine Ewigkeitsgarantie für die enge Zusammenarbeit mit uns Europäern", erklärte Kanzlerin Angela Merkel in der vergangenen Woche.[11] Deshalb müsse "Europa" seinen politischen und militärischen Aktionsradius erheblich ausweiten.....

Die Frage der Bombe
Dabei nimmt Wolfgang Ischinger inzwischen eine "nukleare Bewaffnung Deutschlands" in den Blick. Aktuell sei es zwar besser, die Debatte über "eigene Nuklearwaffen" der EU "zu scheuen", erklärt der deutsche Diplomat: Die Atommacht Großbritannien verlasse die EU, während die Atommacht Frankreich nicht "bereit und in der Lage" sei, ihr "Nuklearpotenzial zu europäisieren". "Im Moment" sei dennoch "eine Debatte über eine alternative nukleare Bewaffnung Deutschlands ein politischer Fehler": "auch, weil wir damit den Kritikern in Europa wie in Moskau ein Argument liefern würden, dass die Zentralmacht Deutschland jetzt in Europa nicht nur finanzpolitisch dominieren will, sondern entgegen allen Verträgen eine Mitkontrolle über Nuklearwaffen anstrebt."[12] Unter welchen Bedingungen das zeitlich eingeschränkte Argument ("im Moment") keine Geltung mehr haben könnte, erläutert Ischinger ebensowenig, wie er absolute Einwände gegen deutsche Atomwaffen äußert..... Weiterlesen >>> German Foreign Policy

Dienstag, 17. Januar 2017

Britisch-deutscher Machtkampf in Europa - Merkel sammelt ihre Truppen

Mowitz
In Zeiten internationaler Verwerfungen zogen die sogenannten Eliten schon immer die nationale und/oder religiöse Arschkarte um die eigenen Reihen fest zu schließen. So auch heute, wenn die britische Premierministerin Theresa May ihre angekündigte EU-Austrittsrede (Brexit) hält, und Merkel gestern auf dem Neujahresempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) Köln einen engen Schulterschluss von Politik und Wirtschaft forderte, und die Vertreter der deutschen Wirtschaft zu einem gemeinsamen Handeln ermahnte.

Haben die britischen Eliten zumindest ihre Bevölkerung über einen Verbleib in der EU frei und souverän abstimmen lassen, lässt Merkel wie gewohnt den deutschen Michel außen vor. Für Merkel reicht es mit deutschen Wirtschaftseliten die Marschrichtung in und über Europa auszuhandeln, ohne zu merken, dass andere europäische Staaten ein anderes Demokratieverständnis haben, als es im wieder neu erwachenden Großdeutschland der Fall ist. Merkel verwies darauf, dass nicht noch jedes der 27 verbleibenden Mitgliedsstaaten auch seine Rosinen herauspicken kann, und trotzdem den vollen Zugang zum Binnenmarkt behalten würde.

Merkel befürchtet anscheinend wie Trump weitere EU-Austritte - womit beide wohl nicht falsch liegen.

Donald Trump, gewählter Präsident der USA, Rüpel oder nicht, wird in seinem Interview mit Bild und Times mit wenig Erfreulichem über Deutschland, die CDU-Riesenpolitikerin aus der Uckermark und der deutschen Autoindustrie zitiert. "Sehen Sie sich die Europäische Union an, die ist Deutschland. Im Grunde genommen ist die Europäische Union ein Mittel zum Zweck für Deutschland." Das Trump damit richtig liegt, sollte eigentlich schon spätestens seit 2011 bekannt sein, als CDU-Fraktionschef Volker Kauder mit seinem provinziellen Satz „In Europa wird wieder Deutsch gesprochen“ auf dem CDU-Parteitag in Leipzig den deutschen Interessen keinen Gefallen tat.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Man muss einen Mann wie Trump weder mögen noch lieben. Aber er ist als gewählter Präsident der USA ein Mann mit Macht und Einfluss. Falls ihn seine Gegner in den USA gewähren lassen und ihn nicht durch ein Impeachment, oder Schlimmeres, von der Macht entfernen. Merkel erschüttert die Großmacht USA so wenig wie die Großmächte Russland oder China. Und falls ihr das noch keiner gesagt hat, so kommt sie vielleicht selber drauf, dass Deutschland zwar ein wirtschaftlicher Riese, aber ein politisch/militärischer Zwerg ist, der gegenüber den USA nur durch vasallenhafte Befolgung von Wünschen und Befehlen Washingtons den Eindruck erwecken kann, Wichtiges zu bewegen. Aber für einen aufrechten Gang eines Landes reicht es nicht aus Fußballweltmeister zu sein. Dazu benötigt man eine wirkliche Elite (Auslese der Besten), in Deutschland (und Europa). Und die Teilnahme an unzähligen Schwatzshows ist eher ein Freifahrtsschein in Parlamente und Regierung für Dummies, als ein Rekrutierungsverfahren für politische Köpfe.

Ein "harter" Austritt Großbritanniens aus der EU wird nicht spurlos an der deutschen Wirtschaft vorübergehen. Zwischen 2010 und 2015 erhöhte sich der deutsche Export nach Großbritannien von ca. 59 Milliarden Euro auf 89 Milliarden Euro 2015 - ein Plus von etwa 50 Prozent. Der deutsche Außenhandelsüberschuss gegenüber Großbritannien stieg von ca. 21 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf mehr als 50,5 Milliarden Euro im Jahr 2015 an. Insgesamt flossen von 2010 bis 2015 Außenhandelsüberschüsse von mehr als 196 Milliarden Euro aus Großbritannien in die Bundesrepublik ab.

Weder Merkel noch die deutsche Wirtschaft steht mit vollen Händen da und kommandiert den Briten kurz und bündig "links, rechts, gerade aus, oder Rolle rückwärts." Die Briten haben nie gezaudert ihre eigenen Interessen, oder was sie dafür hielten, nach vorne zu stellen. Auch wenn ihr Kolonialreich dabei zu Bruch ging.

Ich traue Merkel durchaus zu, nachdem sie Russland schon verprellt hat, es sich nun auch noch mit der Wall Street zu verscherzen. Und das gleichzeitig. So eng liegt politisches Versagen beieinander. Worthülsen reichen nicht um in Geschichtsbüchern einzugehen. "Yes we can" nicht - und "Wir schaffen das" auch nicht.

Merkel hätte bei Russlands Präsident Putin in die Lehre gehen müssen, bevor sie sich als Lehrmeisterin Europas und der EU aufspielte. Nun hat sie die EU an die Wand gefahren. Das wird uns alle noch zu schaffen machen.

FH

Samstag, 14. Januar 2017

Lange Manöver der "Recht(s)gläubigen" an den Grenzen Russlands

Mowitz
Deutsche Vasallen-Regierung lässt Bundeswehr den USA behilflich sein eine US-Brigade für "Kriegsspiele" an die Grenze Russlands zu verlegen. (S. unten).

Sei willkommen Krieg! Die Hände unserer sogenannten Eliten sind so leer wie ihr Gehirn. Sie haben außer Krieg ihren Bevölkerungen nichts länger anzubieten. Zerstören können sie, aber nichts aufbauen. (S. Syrien, Irak, Libyen...etc.). Sie können unterdrücken, nicht führen. Sie können stehlen, nicht teilen. Sie reden in Wortblasen, ohne nachzudenken. Sie haben keine Ideen, keine Pläne und keine Visionen.

Die Politik des Westens ist irrational geworden. Eine korrupte, recht(s)gläubige Herrscherklasse, die nicht in der Lage war, den Zusammenbruch der Banken zu verhindern, sondern die ganz im Gegenteil für die Bankenkrise verantwortlich ist; oder unser Ökosystem zu retten, für das sie auch durch ihre völlig maßlose Konsumpolitik verantwortlich ist. Eine Klasse, die ewiges wirtschaftliches Wachstum predigt, obwohl die Massen selbst häufig vom Konsum ausgeschlossen sind und der trotzdem noch ausreicht die Meere zuzumüllen, die Natur zu vergiften die Gletscher zum Schmelzen zu bringen, Atomkraftwerke strahlen zu lassen, statt sicheren Strom zu produzieren. Die fortschreitende Verarmung und die daraus resultierende Wut der Vielen ist ein gefährliches Gemisch, das den Faschismus wieder gesellschaftsfähig macht, den Humanismus tötet, Gier und Ausbeutung zur Staatsreligion macht und die Altersarmut zur Regel, nicht zur Ausnahme wird. Europäische Werte welche von den Vertretern der heutigen herrschenden Klasse des Abendlandes gern und lobend mit einem "Unsere gemeinsamen Werte stärken" schöngelogen werden.

Wenn der rechtskonservative CDU-Generalsekretär Tauber den rechtsliberalen FDP-Vorsitzenden Lindner anpflaumt der rede teilweise schon wie der rechte AfD-Vize Gauland, trage aber statt eines „abgewetzten Tweed-Sakkos einen überteuerten Maßanzug", ist das weniger eine politische Auseinandersetzung zwischen politisch Andersdenkenden, als das es der Allgemeinheit verkauft werden soll, sondern ein Späßchen zwischen politisch nahestehenden "Recht(s)gläubigen."

FH

Cartoon: Carlos Latuff, Krieg ist Geschäft
Wikimedia, copyright free
"Mit logistischer Unterstützung der Bundeswehr sind die ersten Soldaten einer vollständigen US-Brigade am gestrigen Donnerstag in Polen eingetroffen. Die Third Armored Brigade wird sich mit über 4.000 Soldaten sowie mehr als 2.000 Panzern, Haubitzen und Militärtransportern in Polen sammeln, um anschließend in sechs östlichen EU-Staaten von Estland bis Bulgarien Kriegsübungen durchzuführen - in größtmöglicher Nähe zu Russland. Im Rahmen der "Operation Atlantic Resolve" zur Verlegung der Truppen stellt die Bundeswehr umfangreiche logistische Hilfsleistungen bereit und geleitet die US-Truppen von Bremerhaven durch insgesamt fünf Bundesländer an ihr Ziel. Deutschland, im Kalten Krieg "Frontstaat", sei mit der Ausdehnung seines Einflussbereichs in Richtung Osten jetzt zur "Transitzone" für militärische Aufmärsche geworden, heißt es bei der Bundeswehr: Man müsse die Bevölkerung daran gewöhnen und "Vertrauen aufbauen", zumal Großverlegungen wie etwa die "Operation Atlantic Resolve" in Zukunft regelmäßig stattfänden. Die Unterstützung für die US-Truppenverlegung entspricht deutschen Interessen: Russland ist dem Bestreben Berlins, seine Hegemonialsphäre auszudehnen, jüngst zweimal erfolgreich entgegengetreten - in der Ukraine und in Syrien. Weiterlesen >>> German Foreign Policy"

Montag, 9. Januar 2017

Die Befreiung Aleppos: Ein regionaler Wendepunkt und ein Rückschlag für die von den USA angeführten Aggressoren

Von Prof. Tim Anderson
Global Research, 21.12.16

Gegen Ende des Jahren 2016 ist es den prosyrischen Streitkräften, die viele junge Soldaten dafür opfern mussten, gelungen, den Ostteil der Stadt Aleppo zu befreien; der war länger als vier Jahre von Terroristen besetzt, die von der NATO und Saudi-Arabien unterstützt werden.


Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Die Befreiung Aleppos, der zweitgrößten, historisch sehr bedeutsamen Stadt Syriens, ist ein schwerer Rückschlag für die Aggressoren, die unter Führung der USA seit 15 Jahren den ganzen Mittleren Osten verwüsten. Mit falschen Anschuldigungen begründete Invasionen und Stellvertreterkriegen, die von Wirtschaftssanktionen und wüsten Propagandakampagnen begleitet waren, wurde versucht, die gesamte Region, die sich von Afghanistan bis Libyen erstreckt, zu rekolonialisieren.

Dieser umfassende (völkerrechtswidrige) Angriffskrieg, den der ehemalige US-Präsident George W. Bush als "Schaffung eines neuen Mittleren Ostens" bezeichnet hat, ist am Felsen Syrien ins Stocken geraten. Das von den USA und ihren regionalen Verbündeten Saudi-Arabien, Türkei, Katar und Israel zusammengekaufte und ausgerüstete terroristische Söldnerheer wurde von einer anderen regionalen Allianz, welche die syrische Regierung unterstützt, in Aleppo geschlagen (weitere Informationen dazu hier und hier).

Bei der Befreiung Aleppos wurden auch eine ganze Reihe ausländischer Militärberater aus den USA, aus Saudi-Arabien und aus Israel gefangen genommen (weitere Infos dazu hier und hier), die sich bei den letzten "Rebellen" in der ehemaligen Al-Qaida-Hochburg befanden. Die USA legen großen Wert auf deren baldige Freilassung, weil ihre Anwesenheit ein weiterer Beleg dafür ist, dass der Konflikt in Syrien vom Ausland inszeniert wurde und keineswegs ein "Bürgerkrieg" ist.

Wegen des von Regierungen und Mainstream-Medien im Westen verbreiteten Stroms von Lügen über angeblich während der Evakuierung von rund 100.000 Zivilisten und mehreren Tausend Terroristen unter der Zivilbevölkerung begangene Massenexekutionen und Massaker hat der UN-Sicherheitsrat "unabhängige Beobachter" beauftragt, die Räumung Aleppos zu kontrollieren. Die Evakuierung ist aber schon abgeschlossen, und der Wiederaufbau und die Wiederbesiedlung der zerstörten Stadtteile haben bereits begonnen; außerdem wird jetzt ganz Aleppo von Reservisten der syrischen Armee geschützt.

Unabhängige Reporter aus Syrien, dem Iran und Russland wie Maytham Als Ashkar, Asser Khatab, Khaled Alkhatebs, Ali Musawi, Lizzie Phelan, Gazdiev, Vanessa Beeley und Eva Bartlett und der verstorbene Mohsen Khazaei (weitere Infos dazu hier und hier) haben uns sehr gut über die Vorgänge in Aleppo informiert. Ihre Berichte hatten wenig Ähnlichkeit mit den apokalyptischen Storys, die im Westen verbreitet wurden. So hat zum Beispiel der scheidende UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, ein Handlanger Washingtons, in seiner letzten Pressekonferenz behauptet, Aleppo sei jetzt ein "Synonym für die Hölle". Diese Lügen stammten alle von in die Enge getriebenen, verzweifelten Dschihadisten in Diensten der NATO.

Al Qaida hat den von ihr eingeschlossenen Zivilisten verboten, die von ihr besetzten Enklaven zu verlassen. Wer es trotzdem versuchte, wurde erschossen. Die bewaffneten Banden hatten noch Nahrungsmittelreserven, verteilten sie aber nur an ihre Kämpfer. In den befreiten Stadtteilen wurden auch Werkstätten zur Herstellung von Waffen – auch von Giftgas – gefunden und unbrauchbar gemacht. Einige der bewaffneten Männer wurden festgenommen, die meisten wurden aber nach Idlib gebracht, wo Damaskus alle vom Ausland unterstützen Dschihadisten konzentriert.

Als die Waffen plötzlich schwiegen und keine in Ost-Aleppo hergestellten gasgefüllten Mörsergranaten mehr in West-Aleppo einschlugen, jubelten die Menschen und tanzten in den Straßen; auch das konnten alle in den sozialen Medien sehen, nur der Sprecher des US-Außenministerium behauptete, er kenne diese Videos nicht.

Al-Qaida wurde aus Aleppo vertrieben. Alle die syrische Regierung bekämpfenden bewaffnete Gruppierungen in Aleppo gehörten entweder offiziell zur Jabhat al-Nusra, die sich auch als Dschaisch al-Fatah bezeichnet und der syrische Ableger der Al-Qaida ist, oder sie kämpften an deren Seite. Als die USA zwischen 2012 und 2016 immer wieder einmal vorgaben, Jabhat al-Nusra bekämpfen zu wollen, protestierten alle der "Freien syrischen Armee" (den so genannten Rebellen) zugeordneten Gruppierungen - mit der Begründung, sie gehörten selbst auch zu Jabhat al-Nusra. Eigentlich müsste die US-Regierung, die ihren "globalen Krieg gegen den Terror" einst mit den 3.000 bei den 9/11-Terorranschlägen in New York ermordeten Menschen begründet hat, auch die von Terroristen in Aleppo ermordeten Menschen betrauern. Das tut sie aber nicht.

Viele westliche Medien und westliche Regierungen beklagten den "Fall Aleppos". Der Sieg der Streitkräfte der syrischen Regierung über die Al-Qaida-Ableger wurde als große Tragödie dargestellt. Die fast gleichzeitig erfolgte erneute Besetzung der historischen syrischen Stadt Palmyra durch den östlichen Al-Qaida-Ableger ISIS wurde hingegen als Rückschlag bedauert.

All das unterstreicht, was die US-Regierung offiziell bestreitet, einige US-Offizielle aber auch schon zugegeben haben: Alle die syrische Regierung bekämpfenden bewaffneten Gruppierungen – und zwar die angeblich "gemäßigten" und die als "extremistisch" eingestuften – werden von den USA und ihren Verbündeten finanziert und mit Waffen beliefert, weil man hofft, mit deren Hilfe die syrische Regierung stürzen zu können. Mit dem ganzen Gerede über "gemäßigte Rebellen", das "brutale Assad-Regime" und den "Bürgerkrieg in Syrien" soll diese Absicht nur vertuscht werden.

Parallel zur Evakuierung fand auch ein Austausch der letzten NATO-Dschihadisten aus Ost-Aleppo gegen Zivilisten statt, die seit 20 Monaten in den Städten Faoua und Kafraya in der Provinz Idlib festgehalten wurden. Die Aktion wurde von Russland und der Türkei organisiert. Mit Sabotageakten (wie der Erschießung des russischen Botschafters in der Türkei, sollte verhindert werden, dass die Türkei und Russland in Syrien zusammenarbeiten. Jetzt nimmt auch noch der Iran an den Gesprächen zwischen Russland und der Türkei teil; gemeinsam will man nach praktikablen Lösungen suchen.

Es ist bemerkenswert, dass die Obama-Regierung keine direkte konstruktive Rolle in der Schlussphase der Befreiung Aleppos gespielt hat. Weil der US-Stellvertreterkrieg, mit dem ein "Regimewechsel in Syrien" durchgesetzt werde sollte, gescheitert ist, will das neue Washingtoner Regime einen neuen Versuch unternehmen. Die neue regionale Allianz(aus Syrien, Russland, dem Iran und der Türkei) wird aber auch alle neuen Einmischungsversuche der ehemaligen Kolonialmächte zurückzuweisen.

Der Krieg gegen Syrien hat das gesamte Machtgefüge (nicht nur im Mittleren Osten) verändert. Die prosyrische Allianz hat das mächtige Bündnis aus NATO und Gulf Cooperation Council / GCC (s. hier und hier) zurückgeschlagen. Auch die Muslimbruderschaft und ihre Schutzherren in Ägypten, Katar und der Türkei haben einen schweren Rückschlag hinnehmen müssen. Ägypten und der Irak unterstützen jetzt Syrien. Die Saudis haben sich mit Israel gegen den Iran und Syrien verbündet. Russland hat seine Verbindungen mit Syrien und dem Iran gestärkt. Die Arabische Liga (weitere Infos hier), die sich an der Zerstörung zweier arabischer Staaten beteiligt hat, scheint so gut wie tot zu sein. Wird die neu gebildete "Achse des Widerstands" ihren Platz einnehmen?

Übersetzung: luftpost-kl.de